Häufige Anliegen

Bei folgenden Problemen kann ich Sie mit meinen Erfahrungen am besten unterstützen:

  • Angst und Panikattacken
  • Schlafstörungen, andauernde Unruhe
  • Trauma und posttraumatische Belastungsstörungen
  • Depressionen
  • chronische Müdigkeit
  • Burnout, stressbedingte Beschwerden
  • Selbstwertprobleme
  • sexueller Missbrauch
  • Todesfall in der Familie, Trauer
  • Kindererziehungsprobleme
  • Sportunfälle, Vor- und Nachbetreuung von Operationen

Methoden

Im Laufe der Arbeitsjahre habe ich zahlreiche Ideen und Elemente verschiedener Methoden zu meiner Arbeitsweise hinzugefügt.

Auf der Grundlage der Personenzentrierten Psychotherapie nach Carl R. Rogers arbeite ich mit Elementen der:

Traumatherapie – wissenschaftlich fundierte Vorgangsweise zur effektiven Heilbehandlung von Menschen mit Traumafolgeerkrankungen mit stark strukturiertes Vorgehen

EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing

Coaching – beinhaltet eine Vielzahl von Trainings-, und Beratungskonzepten zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele

EDxTM -Energy Diagnostic & Treatment Methods

EFT – Emotional Freedom Techniques

Brainspotting – ist eine psychotherapeutische Methode zur Traumaverarbeitung

„Das innere Kind retten“ nach Gabriele Kahn

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie – eine ganzheitlich orientierte und wissenschaftlich fundierte Betrachtung des Menschen

Zusätzlich wende ich immer wieder Entspannungs- und Visualisierungsübungen an, wenn es gerade hilfreich ist.

Eine kontinuierliche Weiterbildung auf dem Gebiet der Psychotherapie gehört zu meinen schönsten Aufgaben.

Mein Therapieangebot reicht von der Begleitung von Lebensumbrüchen bis hin zur Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen. Die Behandlungsdauer liegt entsprechend des Schweregrades zwischen wenigen Wochen und mehreren Jahren und hängt davon ab, wie schnell die Veränderungsschritte zugelassen werden können. Also in welchem inneren Tempo Sie sich befreien und heilen können.

Psychosomatik

Mein Weg zu einer ganzheitlich orientierten Sichtweise hat mich zur tiefen Überzeugung gebracht, dass nur die Betrachtung von psychischen, hormonellen, neuronalen und immunologischen Aktivitäten in jedem Menschen als untrennbare Einheit zielführend ist. Eine reine „Symptombekämpfung“ – bei chronischen oder langanhaltenden Beschwerden – bringt nur kurzfristig eine Erleichterung. Für eine dauerhafte Heilung müssen möglichst viele Informationen und Systeme berücksichtigt werden.

Ich gehe auch immer von einem tieferen biographischen Zusammenhang bei jeder Art von psychischer oder körperlicher Erkrankung aus. Dabei sind Beziehungen, Ernährung, Schlaf und Bewegung ebenso wichtig wie Kindheit und sehr früh entstandene Selbstüberzeugungen.
Das heißt, dass mir die körperliche Gesundheit genauso wichtig ist wie die seelische, da wir in jeder Situation sowohl unseren Körper, als auch die Seele dabei haben.

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI) ist eine ganzheitlich orientierte und wissenschaftlich fundierte Betrachtung des Menschen mit seinen Systemen, die ihn beeinflussen.
Sie beschäftigt sich fächerübergreifend mit den Wechselwirkungen zwischen dem psychosozialen System, dem Bewegungsapparat, dem Immunsystem und dem Nervensystem.
Also mit Organen, der Persönlichkeit, der Umwelt sowie der sozialen Umgebung und dem Lebensstil des Menschen. Eine Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens stehen stets im Fokus der Interventionen.

Die Vernetzung und der Zusammenhang der Systeme und Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung, Gedanken/Überzeugungen, persönliche Umweltbedingungen (z.B. wie hoch ist die Umweltbelastung am Wohnort) und das soziale Umfeld beeinflussen gegenseitig die Organsysteme. Diese Faktoren bestimmen überwiegend den körperlichen und seelisch-geistigen Zustand und somit die Gesundheit und Lebensqualität.

Wichtige Fragen in der klinische Psycho-Neuro-Immunologie:
Wie wirkt sich Stress auf die körperliche Gesundheit aus?
Wie gut wird der Energiestoffwechsel reguliert mit den aktuellen Ess- und Bewegungsgewohnheiten?
Wie wirkt sich eine veränderte Darmflora auf die Stimmung aus?
Wie wirkt sich Mundgesundheit auf den körperlichen Zustand aus? etc.

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie betrachtet das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Schaltstellen des Körpers und empfiehlt Wege der Regulierung dieser Systeme durch gezielte Interventionen.

Eine ganzheitliche Sichtweise und die evolutionäre Entwicklung des Menschen dient als Basis für Ansatzmöglichkeiten, die zu den Wurzeln zurückkehrt. Das ist sinnvoll, weil z.B. die genetische Herkunft und Programmierung die Lebensmittel bestimmen, die bestimmte Volksgruppen gut vertragen, andere aber nicht.
Oder Menschen, die eine stressige Kindheit gehabt haben, werden im Erwachsenenalter wahrscheinlich anfälliger für bestimmte Symptome als Menschen, die einen durchschnittlich belastenden sozio-ökonomischen Hintergrund haben.

Das Ziel ist, Störungen zu erkennen und die Systeme sowie deren Wirkungen zu beeinflussen, um diese wieder in einen homöostatischen, also ausgeglichenen Zustand zu bringen. Die Anwendung wird als präventive Maßnahme gesehen um chronische Erkrankungen zu behandeln oder den Verlauf einer Erkrankung auf der ursächlichen Ebene positiv zu beeinflussen.(Quelle: http://www.kpni.at/ und http://kpni.de/was-ist-die-kpni.html)

Personzentrierte Psychotherapie nach C. Rogers

Die Personzentrierte Psychotherapie oder „Gesprächspsychotherapie“ ist eine eigenständige Therapieform und wird vielfach als Basis für andere therapeutischen Methoden angewandt.
Die häufig benutzte Bezeichnung „Gesprächspsychotherapie“ ist wenig aussagekräftig, weil beinahe alle konfliktlösenden Verfahren eine Form des Gesprächs sind.

Carl Ransom Rogers (1902 – 1987), Begründer der Gesprächspsychotherapie, konnte mit seinen langjährigen, wissenschaftlichen Forschungen belegen, dass der Erfolg einer Therapie nicht darauf beruht, welche Methode angewendet wird, sondern entscheidender ist die Art und Qualität der Verbindung und Beziehung zwischen KlientIn und TherapeutIn.
Diese wird von Authentizität, unbedingter Wertschätzung und Empathie geprägt.
Im Mittelpunkt stehen der Klient/die Klientin, sein/ihr Leben und sein/ihr Selbstkonzept.

Was darf man sich unter einem Selbstkonzept vorstellen? Ein Mensch hat gewisse Vorstellungen von sich selbst, wie er ist und wie er sein möchte. Diese Überzeugungen bilden sein Selbstkonzept. Möglicherweise stimmen die momentanen Erlebnisse und Handlungsweisen des Einzelnen nicht immer mit seinem Selbstkonzept überein. Ein Mensch, der sich als rücksichtsvollen und friedlichen Menschen sieht, kann in Konflikt (mit sich selbst) geraten, wenn er sich in einer ungewöhnlichen Situation plötzlich rücksichtslos und aggressiv verhält. Dann fühlt er sich nicht mehr in Übereinstimmung mit seinem Selbstkonzept, er erlebt sich „nicht mehr echt“ oder inkongruent. Die zwei Bilder im Inneren stehen diametral zueinander und können sehr verwirrend sein.
In der Gesprächspsychotherapie wird angestrebt, solche „Brüche“ im Selbstkonzept zu finden und sich damit zu beschäftigen. Dabei steht weniger die Vergangenheit, sondern eher die aktuelle Problematik im Vordergrund. Die Atmosphäre ist von Wärme, Achtung und Anteilnahme – ohne moralische Bewertungen – geprägt.

Der/Die TherapeutIn versucht, den/die KlientIn zu verstehen und das Verstandene widerzuspiegeln. In einer akzeptierenden und einfühlenden Atmosphäre kann der/die KlientIn die eigene, momentane Wirklichkeit akzeptieren und versuchen, das Selbstkonzept so zu verändern, dass er/sie größere Übereinstimmung und dadurch mehr Selbstachtung und Akzeptanz seiner/ihrer eigenen Person erlebt.

Empathie, bedingungslose Wertschätzung und Authentizität sind die tragenden Säulen meiner therapeutischen Arbeit. Es ist mir wichtig, das Erleben aus der Sicht meines Gegenübers zu verstehen, denn jeder Mensch ist ein Universum für sich. Patentrezepte oder allgemeingültige Wahrheiten gibt es nicht.

In einer beständigen Therapeutin-Klient/in-Beziehung ist es zunehmend möglich, an innerer Klarheit und Stärke zu gewinnen, um die Probleme souveräner zu lösen, sowie im eigenen Tempo aufzuholen, was bisher in Ihrem Leben zu kurz gekommen ist. Humor bereichert mein Leben und meine Arbeit, um den Weg zu sich selbst freudvoll und lebendig zu erleben. Eine ganzheitliche Sichtweise des Menschen hilft, Probleme aus mehreren Sichtwinkeln zu betrachten und Problemlösungen auf verschiedenen Ebenen zu finden.

Das aktive Zuhören ist ein wesentlicher Teil meiner Kommunikation. Der folgende Abschnitt von Michael Endes Momo (1973 S.36) beschreibt die Bedeutung des Zuhörens für mich am schönsten:

“Momo konnte so zuhören, dass (…) der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten. Sie konnte so zuhören, dass ratlose unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollen. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und er ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.”

Traumatherapie

Traumatherapie ist eine spezielle Form der Psychotherapie, die entwickelt wurde, um traumatisierten Menschen gezielt zu helfen.

Ziel ist die Linderung oder die vollständige Auflösung der Symptome.

Zuerst wird daran gearbeitet, dass man sich zuerst wohler, stabiler und stärker fühlt; erst dann kann damit begonnen werden, sich mit früheren Ereignissen auseinandersetzen, um die schmerzhaften Gefühle zu reduzieren oder – im Optimalfall – vollständig zu überwinden.

Was ist ein Trauma?

Ein Psychotrauma ist die Folge entweder eines einzelnen traumatisierenden Ereignisses (Monotrauma), in der für eine gewisse Zeitspanne weder eine Flucht noch ein Kampf möglich war (wie z.B. ein Autounfall, ein Erdbeben, ein Raubüberfall, eine größere Operation mit Komplikationen, usw.), oder das andauernde Einwirken extrem belastender Lebenssituationen als Komplextrauma, also wiederholte oder über lange Zeit andauernde Traumatisierungen (wie z.B. anhaltender sexueller Missbrauch, Gewalterfahrungen in der Kindheit durch die Eltern, Krieg oder Gefangenschaft, usw.).

Peter Levine formuliert es in seinem Buch „Vom Trauma befreien: Wie Sie seelische und körperliche Blockaden lösen“ so: „Ein Trauma ist die am meisten vermiedene, ignorierte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache menschlichen Leidens.“
Zentral für die Entstehung von Traumata ist die fehlende Entlastung während des traumatisierenden Ereignisses und eine fehlende, hilfreiche Unterstützung nach dem Trauma.
Im Zentrum steht die Angst, in der Regel verknüpft mit der Erfahrung von völliger Hilflosigkeit und dem Gefühl, ausgeliefert zu sein.
Dies erschüttert das eigene Selbstvertrauen und auch das Vertrauen in andere Menschen, ganz besonders bei Missbrauch und Gewalt.
Wenn tragende Grundregeln der Welt wie Sicherheit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, usw. nicht mehr gelten, kann ein Gefühl einer andauernden Entfremdung und eines tiefen Ärgers über die Ungerechtigkeit der Welt und des Lebens überhaupt entstehen. Bedauerlicherweise wird den Opfern von Gewalt oft – besonders bei sexualisierter Gewalt – eingeredet, sie seien selbst schuld daran, dass diese Situation bzw. dieses Ereignis überhaupt entstanden ist. Die Opfer reagieren darauf mit einem tiefen Gefühl von Scham, Selbstverurteilung und Rückzug.

Die häufigsten Konsequenzen einer durch Menschen verursachten Traumatisierung sind erhöhte Ängstlichkeit, Rückzug aus sozialen Kontakten und meist die Schwierigkeit, sich in alltäglichen Situationen mit anderen Menschen normal zu verhalten und im Berufsleben die erforderlichen Leistungen zu bringen. Unterbrochene Schul- und Berufskarrieren sind leider oft die Folge von unbehandeltem Trauma.

Aber nicht alle schweren Belastungen führen zu einer Traumatisierung und nicht jeder Mensch, der mit einem oder mehreren traumatischen Erlebnissen konfrontiert ist, entwickelt eine solche sogenannte posttraumatischen Belastungsstörung. Einmal sind Menschen unterschiedlich belastbar, zum anderen sind die Lebensumstände unmittelbar nach der traumatischen Situation entscheidend dabei, ob ein Trauma spontan verheilen kann oder nicht. Allerdings, je mehr traumatische Erlebnisse ein Mensch hat, umso wahrscheinlicher wird es, dass er eine posttraumatische Belastungsstörung, also eine Traumafolgestörung entwickelt.

Vereinfacht gesagt entsteht ein Trauma in Situationen, in denen wir einer Bedrohung, einer Verletzung oder einer Katastrophe ausgesetzt sind, das unser Nervensystem überfordert. Das passiert, weil dieses Erlebnis zu schnell, zu heftig, zu schmerzhaft, zu beängstigend oder zu beschämend etc. war. Weil es so außergewöhnlich belastend war, schafft es unser Organismus nicht, in einen ausgeglichenen Zustand zurückzukehren, sondern reagiert mit einer Art von dauerhaft fixiertem partiellen seelisch-körperlichen Krampfzustand.

Jedoch was für einen Menschen eine extreme, belastende Erfahrung ist, könnte für einen anderen, der in diesem Moment widerstandsfähiger ist, einfach nur zu einem unangenehmen Erlebnis werden.

Also, nicht das Ereignis an sich wird zum Trauma, sondern die physiologische Reaktion darauf, die zu einer dissoziierten Verkrampfung im Unbewussten der Psyche und im Körper führen kann. Weil die Impulse auf der Ebene des Stammhirns und nicht im limbischen System isoliert und eingefroren sind, haben wir keine eindeutige Empfindung für die traumatische Verkrampfung oder Erstarrung. So kann es passieren, dass Menschen 10 oder gar 20 Jahre lang nicht merken, dass sie traumatisiert sind. Unser autonomes Nervensystem ist in der Lage, einen Trauma-Komplex so zu isolieren und abzuspalten, dass wir vom Trauma nur unterschwellig eingeschränkt werden.

Sinn der Sache? Durch die Fähigkeit einer Abspaltung versetzt uns das Nervensystem unmerklich in die Lage, weiterhin einsatzfähig zu sein.

Wenn man sich vor Augen hält, dass durch ein Trauma in einer tiefen Schicht des Organismus ein „Stau“ entstanden ist, dann wird es gut vorstellbar, dass der Fluss der Lebensenergie vom Grunde her gedrosselt ist, obwohl unser Gehirn diesen „Stau“ so gut wie möglich zu umgehen versucht, indem es sich ausgleichend umorganisiert.
Hier noch eine kleine Aufzählung von möglichen subtilen Ursachen von Traumatas, von denen man nicht unbedingt vermuten würde, dass auch diese traumatisierend sein können:
– Alleingelassen zu werden von Babys und Kindern
– Behandlungsmaßnahmen beim Arzt oder Zahnarzt bei Kindern, die festgehalten werden, oder bei Erwachsenen die angeschnallt werden
– Extremen Temperaturen ausgesetzt zu sein im Baby- und Kindesalter oder bei älteren Menschen
– Autounfälle (auch kleinere)
– Stürze von älteren Menschen
– Vergiftungen mit hohem Fieber (Lebensmittel, Alkohol, Medikamente…)
– Gipsverbände, die mit Bettruhe verbunden sind
– Geburtsstress sowohl bei der Mutter als auch beim Kind…usw.

Symptome, die unter anderem mit Traumatisierung in Zusammenhang stehen können:

– Angstzustände
– Panikattacken
– Wutausbrüche
– Übererregbarkeit
– immer wiederkehrende Erinnerungen an belastende Ereignisse
– Vermeidung von Situationen, Orten und Menschen, die mit dem auslösenden Ereignis in Verbindung stehen könnten
– Misstrauen, überhöhte Kränkbarkeit (Dünnhäutigkeit)
– chronische Erschöpfung und Schlafstörungen
– „Ausgebranntsein“
– Konzentrationsschwierigkeiten
– Desorientiertheit, Gedächtnislücken
– Gefühl der Lähmung, Erstarrung
– Schmerzzustände ohne organische Ursachen
– Übervorsichtigkeit oder Apathie
– Gefühle der Ohnmacht, körperliche Ohnmachtsanfälle
– Ablenkungswut oder Rückzugstendenz
– Anfälligkeit für Unfälle oder Missgeschicke
– Entwicklung von Suchtverhalten als Versuch der Selbstmedikation
– chronische Beziehungsprobleme
Die Vermutung, dass solche Symptome mit einer Traumatisierung in Verbindung stehen, gilt, wenn diese länger als vier bis sechs Wochen andauern. Symptome einer nicht verarbeiteten Traumatisierung können plötzlich nach vielen Jahren wieder auftreten, meist ausgelöst durch gleichartig erlebte Gefühle oder Situationen, die mit dem auslösenden Ereignis in Verbindung stehen. Aufgrund des langen zeitlichen Abstands ist es für den Betroffenen oft nicht leicht, den Zusammenhang zu erkennen.

Traumatherapie

Die Traumatherapie ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche wissenschaftlich nachgewiesene psychotherapeutische Behandlungsverfahren und Techniken, welche sich zur effektiven Behandlung von Traumafolgekrankheiten eignen.

Wissenschaftler und Ärzte erforschen das Verhalten von Menschen mit Traumatisierungen und die so entwickelten Verfahren sind auf die psychischen und neurophysiologischen Besonderheiten der Vorgänge bei Traumatisierungen abgestimmt. Jede positive, einfühlende, menschliche Anteilnahme ist hilfreich und je rascher das Opfer eine kompetente Behandlung durch eine(n) TraumatherapeutIn erfährt, desto geringer wird die Gefahr einer Chronifizierung. Aber auch die eigene Familie kann eine Heilung bewirken, wenn die Unterstützung passend und hilfreich ist.


Behandlung

Oft ist uns der Hergang einer Traumatisierung nicht bewusst. Aber der Körper erinnert sich, denn er hat die Folgen eines traumatischen Erlebnisses in Form von Empfindungen oder gar Verspannungen gespeichert.

Da im Trauma die hochgeladenen Informationen verschlüsselt und isoliert sind, werden in der Therapie zunächst die verborgenen, komplexen Zusammenhänge im Körper wahrgenommen und ihnen die Erlaubnis gegeben sich zu entladen und aufzulösen. Wir haben immer einen guten Grund, warum wir das bis jetzt noch nicht aufgelöst haben!

Ein Trauma entsteht, weil das Nervensystem mit traumatisierenden Ereignissen überfordert war. Sich immer wieder mit den Menschen oder Umständen zu konfrontieren, die das Trauma ausgelöst haben, halte ich für kontraproduktiv. Anders gesagt, die harte Tour kann kurze Erfolge bringen, nicht aber die dauerhafte Heilung. Grundsätzlich ist es besser, dem Organismus sanfte Anreize zu vermitteln, um stufenweise eine Lösung zu erreichen und die Blockaden so aufzulösen, damit eine Entspannung auf allen Ebenen erfolgen kann.
fence-865124_1920

Strukturell gesehen sitzt das Trauma im Gehirn und manifestiert sich über das Nervensystem in körperlichen Verspannungen und Dysfunktionen.

Physiologisch gesehen braucht unser Organismus einen besseren inneren Druckausgleich, wie Wasser einem Gefälle folgt, um dadurch in Fluss zu bleiben. Die anfangs noch diffusen körperlichen Spannungen beginnen in den Therapiesitzungen konkret wahrnehmbar zu werden, und die in Muskeln und Gewebe fixierten Trauma-Abdrücke beginnen sich zu lockern, so, als wäre z.B. ein Eisblock geschmolzen.
Vereinfacht kann man sagen, dass es in der Traumatherapie auch um einen entladenden Ausgleich geht, den das Nervensystem wegen seiner schützenden Funktion – bisher – nicht geschafft hat.

Im Wesentlichen gliedert sich eine Traumatherapie in drei Phasen:

1. Stabilisierungsphase

In der Stabilisierungsphase wird das Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit in der Welt wieder hergestellt. Zentral dabei ist der Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Phase ist die Vermittlung von Informationen (Psychoedukation) über das Trauma allgemein und den Einfluss, den das Trauma auf das Erleben und Verhalten von Betroffenen hat. So kann das Gefühl von Entfremdung und das Unverständnis für die eigenen Gefühle und Verhaltensweisen bewältigt werden.

Ein weiterer Teil ist die Vermittlung der Fähigkeit, sich wieder entspannen und konzentrieren zu können und auch wieder Kontrolle über die eigenen Gedanken und Gefühle zu erreichen. Dazu werden Entspannungstechniken und imaginative Verfahren eingesetzt. Nicht selten müssen bei Traumata im Zusammenhang mit Gewalt und sexualisierter Gewalt auch soziale Probleme oder Konflikte innerhalb der Familie besprochen und behandelt werden. Der Täterkontakt jeglicher Art muss sofort abgebrochen werden. Auch die Behandlung von selbstverletzendem Verhalten, Suchtmittelkonsum und Essstörungen kann ein Teil der Arbeit in dieser Phase sein.

2. Traumabearbeitungsphase

In dieser Phase wird die emotionale Verknüpfung zwischen den aktuellen Gefühlen und den Gefühlen und Bildern aus dem traumatisierenden Ereignis behandelt. Die derzeit am häufigsten eingesetzten Techniken, um eine Entkopplung bzw. Verarbeitung zu erzielen, sind EDxTM (Energy Diagnostic & Treatment Methods), EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) sowie Brainspotting. Aber auch andere Ansätze wie imaginative Techniken und auch körperorientierte Ansätze wie die Energetische Psychologie nach Dr. Gallo kommen zum Einsatz. All diese Techniken werden weltweit intensiv erforscht, laufend verbessert und überarbeitet.

3. Integrationsphase

In der Integrationsphase geht es um die Einordung dieser therapeutischen Erfahrungen der ersten beiden Phasen in den Alltag und um eine weitere Stabilisierung. Ein wesentlicher Teil kann auch Trauerarbeit sein und der Aufbau von Ressourcen, beispielsweise durch die Indizierung von neuen Freundschaften und Hobbies. Auch die Entwicklung von Kreativität als Baustein eines neuen Selbstbildes und Selbstwertes kann eine Aufgabe dieser Phase sein. Natürlich sind in einer konkreten Therapie diese Phasen nicht säuberlich voneinander getrennt sondern gehen in einander über. Manche Phasen wiederholen sich und vertiefen sich in einen fließenden Prozess, manchmal sogar innerhalb einer einzigen Therapiesitzung. Die Dauer einer Traumatherapie kann von wenigen Sitzungen bis zu einigen Jahren dauern.

Therapievoraussetzungen

Für das Gelingen einer Traumatherapie sind folgende Bedingungen förderlich:


Stabilität:

Die äußeren Lebensumstände sollten in Bezug auf Finanzen, Wohnsituation und Beziehungen hinreichend stabil sein, so dass eine Auseinandersetzung mit den eigenen Themen nicht erschwert wird.

Sicherheit:

Die traumatisierenden Bedingungen sollten in der Vergangenheit liegen. Wenn die Bedrohung durch Gewalt noch anhält, ist eine direkte Arbeit am Trauma nicht möglich – mit der Stabilisierung kann aber schon einmal begonnen werden.

Kontinuität:

Es können Akuttraumata ohne frühere Belastungen oft in wenigen Sitzungen bewältigt werden. Die Praxis zeigt aber, dass eher solche Menschen eine Behandlung aufsuchen, bei denen die akuten Ereignisse oder Belastungen mit früheren Traumatisierungen in Verbindung stehen, auch wenn diese in Vergessenheit geraten scheinen. Daher braucht eine gute Therapie die Zeit, die es braucht, und die Dauer lässt sich vorher seriös nicht bestimmen, denn ohne tiefere Aufarbeitung kommt die nächste Krise bestimmt. Also sollte die Bereitschaft bestehen, über eine möglicherweise längere Zeit regelmäßig Therapie zu machen, um an die Wurzeln der Probleme zu kommen. Die besten Aussichten, die Belastungen und Symptome zu bewältigen haben es Menschen mit einem gewissen Grad an Geduld und Durchhaltevermögen, auch wenn es verständlicherweise nicht leicht fällt.

Vertrauen:

Gerade wenn die Wurzeln der Probleme in zwischenmenschlicher Gewalt liegen, fällt es schwer, Vertrauen zu fassen. Jedoch sollte im Rahmen des Möglichen das Gefühl da sein, mit dem/der TherapeutIn eine sichere und offene Beziehung aufbauen zu können. Achtung! Nur PsychotherapeutInnen mit traumatherapeutischer Zusatzqualifikation führen Traumatherapie auf höchstem Niveau durch. Liste: Österreichisches Netzwerk für Traumatherapie

EDxTM - Energy Diagnostics and Treatment Methods

Die auch von mir verwendete EDxTM-Methode hat den Vorteil, dass belastende Ereignisse vergleichsweise schonend aufgelöst werden können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.

EDxTM kann außerordentlich hilfreich sein bei:

• Belastung durch Schmerzen, körperlicher und seelischer Art
• nach traumatischen Ereignissen, die schon lange zurückliegen
• nach traumatischen Ereignissen, die erst vor kurzem passiert sind wie Unfälle, Operationen, Geburten, Gewalterfahrungen… usw.
• negativen Kindheitserinnerungen
• chronisch belastenden Emotionen wie Wut, Eifersucht, Trauer…usw.
• negativen Glaubensätzen wie: “ Das schaffe ich nie“, „Ich bin es nicht wert glücklich zu sein“…usw.
• Ängsten wie Flugangst, Platzangst, Höhenangst, vor Spinnen…usw.
• Lernblockaden
• Auftritts-, und Redeangst
• permanente Unruhe, Nervosität
• Schlafproblemen
Dr. Fred Gallo (geb. 1946), ein amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, entwickelte den eigenständigen diagnostischen und therapeutischen Ansatz: EDxTM – Energy Diagnostics and Treatment Methods (energetische Diagnostik und Behandlungsmethoden).

EdxTM-Urkunde

Die integrative EDxTM Methode setzt sich im Wesentlichen aus kinesiologischer Diagnostik (Muskeltests), der Meridianlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin, Klopf-Akupressur (Meridianpsychologie), neueste neurobiologische Kenntnisse über die multiplen neuronalen Stimulationen und psychologisch-kognitiven Verfahren zusammen.

EDxTM ist eine Technik, die hochwirksam und verblüffend rasch wirkt. Es werden vor allem Ängste, Stress und psychische Belastungen effizient und erfolgreich behandelt.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass dieses Verfahren ebenso förderlich beim Erreichen von Spitzenleistungen im Sport, im Beruf, oder beim Ablegen von Prüfungen angewendet werden kann. Bestehende blockierende Glaubenssätze wie: „das kann ich nicht“ werden vorab aufgelöst und die positive Ausrichtung auf das Erreichen des gewünschten Zieles verstärkt.

Ein zentraler Aspekt ist das Erkennen und behandeln sogenannter „Selbstsabotagemuster“, die eine Zielerreichung verhindern können. Oft sagt der Kopf etwas, aber der Bauch unbewusst vielleicht sogar Gegenteiliges. Das ist mit einem Bild vergleichbar, in dem zwei Ruderer in einem Boot sitzen und das Boot dreht sich im Kreis, weil beide Ruderer gegeneinander arbeiten. Erst nach der Behandlung dieser „Selbstsabotagemuster“ (psychischen Umkehrungen), durch die bewusste Absichten mit dem unbewussten Muster in Einklang gebracht werden, kommt es meist schnell zu einer vollständigen Auflösung mehrerer Stressoren und belastenden Befindlichkeiten, was zuerst eine tiefe Entspannung bewirkt und zu neuen Denk- und Verhaltensmustern führt.
KlientInnen berichten nach der EDxTM Behandlung, dass sie sich an das auslösende Ereignis zwar erinnern, aber dabei keine belastenden Gefühle mehr empfinden und die Bilder mit deutlichem inneren Abstand wahrnehmen. Zugehörige körperliche Symptome verschiedener Art lösen sich auf oder werden zumindest spürbar gemildert.

EDxTM wird zwar erst seit ca. 20 Jahren angewendet, verfügt aber bereits über einige wissenschaftliche Forschungsliteratur. Die wissenschaftliche Forschung bezieht sich bisher mehr auf das Belegen der Wirksamkeit der Klopfmethode und weniger darauf, wie diese genau wirkt. Die Ursache dafür liegt vermutlich darin, dass ein Teil der energetischen Ströme im menschlichen Körper zwar elektromagnetisch messbar und nachgewiesen ist, ein anderer, größerer Teil aber noch nicht. Es gibt jedoch Untersuchungen mit radioaktiven Tracer-Substanzen, die ebenfalls die Erklärung eines energetischen Flusses durch den Körper sichtbar machen. Über die parallel begleitenden Vorgänge im menschlichen Gehirn ist schon umfangreiche Literatur erschienen. Wie bereits bekannt ist, sind neuronale Netzwerke, in dem Moment, in dem sie aufgerufen werden, gleich veränderbar. Bei Aktivierung belastender Erinnerungen bewirkt eine therapeutische, gezielt positive Stimulation langfristige Veränderung. Das ist mit der neuronalen Plastizität erklärbar.
Was heißt das? Da unser Gehirn eine Plastizität, also eine Formbarkeit hat, wird diese Eigenschaft dafür genützt, belastende Ereignisse und Gefühle aufzulösen und einem Umdenken steht nichts mehr im Wege.

EMDR

EMDR ist eine der wissenschaftlich am besten untersuchten Trauma-Auflösungsmethoden, mit deren Hilfe man belastende Erinnerungen schnell verarbeiten und loswerden kann.

Nach meiner Erfahrung bringen bereits wenige Sitzungen deutlich messbare Erfolge bei:

Belastenden Erinnerungen, z.B. an psychischen und sexuellen Missbrauch, Gewalterfahrungen, Unfälle, unverarbeitete Todesfälle, Raubüberfälle etc. somit allen Ereignissen, die die Symptome einer Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hervorrufen können.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing ist eine, von Dr. Francine Shapiro 1989 – 1991 entwickelte traumabearbeitende Psychotherapiemethode, welche die Behandlung traumatisierter Menschen erheblich verbessert. Die Methode ist u. a. von der American Psychological Association (APA) und der International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS) als effektiv anerkannt und wird weltweit erfolgreich in der Behandlung von Erkrankungen infolge von traumatischen Erlebnissen eingesetzt.

Ursprünglich getestet und entwickelt für die effiziente Bearbeitung von traumatischen Erlebnissen, hat es inzwischen eine Vielzahl von Anwendungen erfahren – insbesondere in der Behandlung von Angst- und Selbstwertstörungen, Panikattacken, Phobien und Leistungsblockaden.

Im therapeutischen Gespräch wird die spezifische Problematik erhoben, die Bedürfnisse abgeklärt und ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Die EMDR-Behandlung beinhaltet einen klar strukturierten Ablauf, der sowohl den KlientInnen, als auch den TherapeutenInnen einen sicheren Rahmen bietet. Es wird ermöglicht, sich dem auslösenden Ereignis anzunähern, ohne von den belastenden Gefühlen überflutet zu werden.

Hier ein Youtube – Kurzvideo mit einer Kollegin aus Deutschland, die mit EMDR arbeitet:

Quelle: http://www.emdr-netzwerk.at/

Elternberatung

Eingetragen in die Liste der Beraterinnen und Berater von Eltern nach § 95 Abs. 1a AußStrG des Bundesministeriums für Familien und Jugend.

Mit Kindern und Jugendlichen, mit oder ohne Behinderungen, Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten und deren Eltern arbeite ich seit 2000.
Ich biete Beratung für Eltern an, die eine Übersetzung davon brauchen, was Ihr Kind mit einem problematischen Verhalten ausdrücken will.

Kinder werden immer aus einem bestimmten Grund auffällig. Das ist ihre Art zu sagen: „Mir geht es nicht gut!“

Oft stehen die Betreuungspersonen da und wissen nicht, wie ihnen geschieht, dass ausgerechnet ihr Kind sich so benimmt und was der Grund dafür sein könnte. Man ist einfach „betriebsblind“ vor lauter Elternliebe.

Sie als Erwachsene haben einen zeitlichen Vorsprung an Lebenserfahrungen gegenüber einem Kind und könnten wahrscheinlich die Probleme lösen, die dieses Verhalten ausgelöst haben. Sie können Entscheidungen treffen oder Ihr Verhalten  ändern, um dadurch dem Kind ein Stück Unbeschwertheit zurückzugeben und eine Entspannung der Situation herbeizuführen.

Kinder können „mir geht es nicht gut“ sagen, indem sie:

  • Ein- und Durchschlafprobleme haben
  • psychosomatische Beschwerden zeigen wie: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Bettnässen, Einkoten
  • neurotische Ängste entwickeln wie: Trennungsangst, Schulangst, soziale Ängste
  • depressiv sind, sich zurückziehen und kaum reden
  • aggressiv sich selber oder anderen gegenüber sind
  • traumatische Ereignisse nicht gut verarbeiten können wie: körperliche Gewalt, sexueller Missbrauch,
  • Trennung der Eltern, einen schweren Unfall…usw.
  • sich absichtlich verletzen
  • Essstörungen haben
  • Beziehungskonflikte in der Famile haben
  • ADS / ADHS Symptome zeigen
  • sich kaum konzentrieren können und ständig in Bewegung sind
  • Anpassungsschwierigkeiten haben
  • Drogen oder Alkohol konsumieren
  • Leistungsschwierigkeiten haben, die nicht auf verminderte Intelligenz zurückzuführen sind

Diese Aufzählung könnte man noch lange fortsetzen.

child

"Das Innere-Kinder-Retten"

„Das Innere-Kinder-Retten“ nach Gabriele Kahn, das sich mit jeder der bekannten Traumatherapiemethoden kombinieren lässt, arbeitet nicht mit der belastenden Konfrontation mit Traumaerinnerungen, sondern mit positiver Imagination, wodurch betroffene Erwachsene nicht mit ihren Kindheitstraumata in Berührung kommen müssen. Nach dem „Retten“ können die dissoziierten Anteile integriert werden.

Buch-das innere Kind retten

Voraussetzungen:
Bei sexueller Traumatisierung kein Täterkontakt, auch nicht zu Mittäterinnen.
Relativ stabile äußere und innere Verhältnisse.

Auswirkungen dieser Methode:

Die Symptome lösen sich, nachdem ihre Hinweise aufgenommen und bearbeitet wurden.

Die traumatisierten Persönlichkeitsanteile beruhigen sich, weil sie in Sicherheit gebracht worden und dort gut versorgt sind.

Die strukturelle Dissoziation löst sich auf, weil der innere Konflikt nicht mehr besteht und die emotionale Reaktionen integriert werden.

Der innere Fluss der Wahrnehmung und Bedürfniserfüllung ist wieder ohne Traumaassoziationen möglich.

Die Betroffenen gewinnen ihr Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zurück.

Hier ein ausführlicher Artikel von Gabiele Kahn

Brainspotting

„Was ist Brainspotting?
Autor: Thomas Weber, 2013

Brainspotting ist eine tiefenpsychologische und körperorientierte Methode zur Verarbeitung von psychischem oder traumatischem Stress.

Es ermöglicht eine spontane, unmittelbare Verarbeitung traumatischer Belastungen im Gehirn, ohne dass bewusste Erinnerungen vorhanden sein müssen.

Während einer Behandlung mit Brainspotting entsteht in den tieferen Gehirnstrukturen eine Aktivierung, die unmittelbar zu Reflexen im Augenbereich und Gesicht führen, wie z.B.: vermehrtes Blinzeln, Augenzuckungen, Augen wackeln, Pupillen-erweiterung, abruptes Einatmen, Verengen der Augen usw.

Je nachdem wo die Klientin hinschaut, wird das belastende Thema im Körper stärker oder schwächer wahrgenommen.

Die Klientin ist währenddessen bei natürlichem Bewusstsein, ohne jedoch den psychischen Stress währenddessen erneut zu erfahren.

Zur Selbsteinschätzung des traumatischen Stresses verwenden wir am Anfang und Ende einer Sitzung die gestufte Belastungsskala nach Wolpe (1969) von „0“ kein Stress bis „10“ maximaler Stress, auch SUD (Subject Units of Distress) genannt. Zur Entspannung des Gehirns (gentle brain massage) verwenden wir spezielle biolaterale Musik über Kopfhörer.

Brainspotting (BSP) ist einer der ersten neuro-psychotherapeutischen Ansätze, bei dem eine vollständige Auflösung von psychischem Stress möglich geworden ist; sogar dann, wenn belastende Erfahrungen im Säuglingsaltert, perinatal oder pränatal bestehen, die bewusst nicht abrufbar bzw. nicht erinnerbar sind.

Wie wir heute aus Ergebnissen der bildgebenden, modernen Hirnforschung wissen, führt chronisch psychischer Stress zu einem reduzierten Volumen im Gedächtnisspeicher des Hippocampus im Gehirn, was zu diversen Formen von Gedächtnisstörungen führen kann. Gleichzeitig werden im „Angst-Warn-Zentrum“ oder Amygdala im Gehirn dieser Menschen in großen Mengen Stresshormone ausgeschüttet. Eine Dauererregung dieser Art findet man insbesondere bei Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen, Panikattacken, Phobien, Depressionen, chronisch-emotionalem Stress und sexuellem Kindesmissbrauch. Traumatisierte Menschen sind davon am stärksten betroffen.

Mithilfe dieser neuen „Technik“ und einer fundierten therapeutischen Weiterbildung in Brainspotting werden Klientinnen nicht mehr retraumatisiert, und es hält den Empathie Stress bei Therapeutinnen sehr gering. Dadurch sind täglich mehrere intensive Trauma Behandlungen für Therapeutinnen möglich geworden.

Der Begriff »Brainspotting« stammt von dem amerikanischen Psychoanalytiker David Grand. „brain“ bedeutet Gehirn und „spotting“ (to spot) meint erspähen, erblicken, ausfindig machen. Wir sind heute in der Lage, das Gesichtsfeld dafür zu nutzen, um das menschliche Gehirn zu scannen. Wir können damit erkennen, wo das eigentliche „Problem sitzt“ und woraus es sich zusammensetzt. Der therapeutische Verarbeitungsprozess läuft über das implizite Gedächtnis der Klientin ab, die Therapeutin folgt dem Prozess ruhig-beobachtend, intuitiv, mit Neugierde ohne: Vorbehalte, Hypothesen oder Deutungen. Dies wirkt sich auf den Verarbeitungsprozess äußerst förderlich aus. Denn wir wissen nicht, aus welchen Bruch-stücken sich ein chronischer Stress zusammensetzt. Brainspotting nutzt die Neuroplastizität des menschlichen Gehirns zur Traumaverarbeitung.

Ziel der Methode ist eine vollständige Auflösung blockierter Erregung im Gehirn und im Körper eines Menschen. Das Brainspotting-Modell lässt sich mit allen anerkannten psychotherapeutischen Methoden gut verbinden, da es die therapeutischen Beziehung und die spezifisch-therapeutische Vorgehensweise nutzt.

Der Entdecker und Begründer

David Grand, Ph.D. arbeitet als Psychotherapeut in freier Praxis in New York. Als Psychoanalytiker ausgebildet, lernte er bei Francine Shapiro EMDR und später bei Peter Levine Somatic Experiencing. Grand ist ein Experte in der Psychotraumatologie. Als Entdecker und Entwickler von Brainspotting leitet er Ausbildungsseminare zur Trauma-behandlung und Leistungssteigerung in den USA, Europa, dem Mittleren Osten, Südafrika und Südamerika. Er ist Entwickler und Produzent von biolateralen CD‘s zur akustischen sanften Stimulierung während Traumabehandlungen.

Grand wendet Brainspotting ebenfalls bei Leistungs- und Kreativitätsblockaden in Sport und Kunst an.

Anwendungsbereiche mit Brainspotting

Brainspotting benötigt bei Personen mit Monotraumata, die unter akuten Belastungsstörungen leiden, normalerweise ein bis zwei Sitzungen um die Symptome und deren Ursachen zu verarbeiten. Bei mehrfach belasteten Menschen (Komplextraumata) benötigt man mit Brainspotting viel mehr Sitzungen, um eine belastungsarme oder –freie Lebensführung zu erreichen.

Brainspotting lässt sich gut und erfolgreich anwenden bei: Akuten, komplexen und einfachen Traumata, posttraumatischen Belastungsstörungen, Panikattacken, generalisierten Angststörung, Depressionen, manifesten Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Leistungs- und Auftrittsblockaden, chronisch-psychosomatischen Erkrankungen, Bindungsstörungen, Borderline Störungen, Schlafstörungen, Essstörungen, chronischen Kopfschmerzen, Migräne, Fibromyalgie und verschiedenen Formen dissoziativer Störungen. Viele psychiatrische Störungsbilder des ICD-10 und DSM-IV erweisen sich heute als Folgestörungen von Kindheits-Traumata und sind mit Brainspotting effektiv behandelbar geworden.

Aus heutigem Wissensstand ist die Behandlungsdauer von Menschen mit komplexen Traumata mit Brainspotting dennoch deutlich kürzer und schonender gegenüber bisherigen, bekannten Traumatherapieverfahren, wie tf-CBT (trauma focused cognitive behavioral therapy), EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder PITT (PsychoImaginative TraumaTherapie). Das Vorgehen ist eine Weiterentwicklung von Somatic Experiencing und EMDR mit dem Unterschied einer direkten Traumaverarbeitung im Unbewussten.
Bei Brainspotting werden folgende Techniken verwendet: Inneres Fenster, Äußeres Fenster, Brainspotting mit einem Auge, Gaze Spotting, Z-Achse und Konvergenz, Doppel-Brainspotting.“

Quelle: Brainspotting Austria