Sodbrennen, Reflux: zu wenig Magensäure? Warum zu wenig Magensäure krank macht

Vom 27.07.2017

Wenn Menschen psychisch etwas nicht verarbeiten können, dann läuft die körperliche Verdauung meist auch nicht gut. Da in meine Praxis – in der ich Menschen ganzheitlich betrachte – Menschen kommen, die Ereignisse psychisch nicht verarbeiten können und viele davon über Verdauungsbeschwerden berichten, ist es für mich an der Zeit, etwas über die Verdauung und den Magen zu schreiben:

Menschen mit Sodbrennen leiden möglicherweise unter einem Magensäuremangel!

Diese Behauptung klingt auf den ersten Blick unlogisch, auf den zweiten Blick aber nicht mehr. Schauen wir uns die Erklärung an:

Ein Magen mit zu wenig produzierter Säure muss sich stark bemühen, um den gesamten Speisebrei effektiv mit der vorhandenen kleinen Säuremenge vermischen zu können. Dazu benötigt er Zeit und heftige Kontraktionsbewegungen.
Der Speisebrei liegt also lange im Magen. Das fördert die Gärprozesse, wobei wiederum Säuren entstehen. Gleichzeitig versucht der Magen mit Hilfe von recht kräftigen Muskelkontraktionen (von unten nach oben drückend) den Speisebrei mit der vorhandenen, kleinen Magensäuremenge zu vermischen.
Dadurch passiert immer wieder, dass Teile des Speisebreies, der jetzt Säuren enthält, in die Speiseröhre gedrückt werden und dort ein brennendes Gefühl hinterlassen. Diese übermäßig starken Magenwandkontraktionen können so heftig sein, dass der Ringmuskel immer wieder aufgedrückt wird. Klingt irgendwie logisch.

Magensäure ist chemisch betrachtet Salzsäure (HCl), deren Aufgabe es ist, unsere Nahrung in winzige Einzelteile zu zerlegen. Magensaft enthält aber unter anderem noch Wasser, Pepsin, Muzine und Bikarbonat. Der pH-Wert des Magensafts liegt zwischen 1,0 und 1,5, also ziemlich sauer! Die Salzsäure wird in den Belegzellen der Mucosa des Magens produziert. Dank unserer schützenden Magenschleimhaut verdauen wir aber nicht uns selbst, sondern nur das, was wir essen. Die Magensäure gilt als hilfreiche Säurepforte zu unserem Verdauungstrakt und ihre Aufgabe ist es auch noch, alles abzutöten, was in unserem Organismus nichts zu suchen hat. Durch den Magen sollte nichts in den Dünndarm gelangen, was dort Unheil anrichten kann wie: nicht „vorverdaute“ Nahrungsreste, Bakterien, Parasiten usw. Ist nicht genug Magensäure vorhanden, fehlt das Signal zur Ausschüttung von Pepsin, was dazu führt, dass die Proteine aus der Nahrung nicht ausreichend oder gar nicht aufgespalten werden können.

Ähnlich wie der Speichel im Mund – der den ersten Schritt der Verdauung darstellt – ist genügend Magensäure eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Verdauung. Sind nicht genügend Magensäure und Verdauungsenzyme vorhanden, kann die Nahrung nicht richtig „aufgebrochen“ werden, somit können weder Eiweiß, noch Kohlenhydrate oder Fette gut verdaut werden.

Leider verfügen immer weniger Menschen über eine ausreichende Magensäureproduktion.
Die Folgen von zu wenig Magensäure sind u.a.:

-Sodbrennen und Reflux – die Ursache dafür ist eher selten zu viel Magensäure!
-Blähungen, Übelkeit (unverdautes Essen fault im Darm)
-Durchfall oder Verstopfungen (Darmfehlbesiedelungen können fatale Auswirkungen haben.)
-Nahrungsmittelunverträglichkeiten, schlechte Verträglichkeit von eiweißreichen Nahrungsmitteln und/oder grünem Gemüse
-Erschöpfung, Energielosigkeit
-Hautkrankheiten wie Rosacea, Akne oder Ekzeme
-Vitaminmangel (B12, B6, und Eisen…)
-Asthma
-Zöliakie, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn
-Histaminintoleranz
-Osteoporose

Eine unzureichende Verdauung von Eiweiß kann auch zu einem Mangel an essentiellen Aminosäuren führen, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass Depressionen und Schlafstörungen entstehen, erhöht wird. Wenn man bedenkt, dass Proteine, also Eiweiße, in nahezu allen natürlichen Lebensmitteln vorkommen wie in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft, Nüssen, grünen Gemüsesorten, Hülsenfrüchten, usw., gewinnt die Reichweite durch die Abfolge von Reaktionen oder Einzelschritten in unserem Stoffwechselweg noch mehr an Bedeutung.

Unverdautes Essen rutscht hinunter, „fault“ im Darm und kann Blähungen, Sodbrennen und sonstige Verdauungsbeschwerden verursachen. In Kombination mit einem durchlässigen Darm – einem sogenannten „leaky gut“ – bewirkt das eine ständige Aktivierung des Immunsystems (weil Nahrungsrestepartikel, Bakterien, Pilze, etc. ungehindert durch die durchlässigen Darmwände in die Blutbahn geraten) und die permanente Reizung des Immunsystems kann so zu zahlreichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen. Die Auswirkungen auf den gesamten Körper sind fatal. Alles, was wir selbst nicht verdauen, dient als willkommenes Futter für unsere Bakterien. Das kann eine Fehlbesiedelung des Darmes, die Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfälle bewirkt, und eine zusätzliche Arbeit für unser Immunsystem bedeuten.

Die Aufgabe der Magensäure und der Verdauungsenzyme ist es, die Nahrung aufzuspalten und Nährstoffe für die Absorption verfügbar zu machen. Gelingt dies nicht, ist die Aufnahme von bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen gestört. Zu den Nährstoffen, die in diesem Fall schlecht aufgenommen werden können, gehören Vitamin B12, Chrom, Selen (Achtung Schilddrüse!), Kupfer, Mangan, Magnesium, Kalzium und Zink.

Eine verminderte Produktion von Magensäure kann individuell unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb sollte ein Gastroenterologe im Rahmen einer Magenspiegelung eine gesicherte Diagnose stellen.

Zu den gängigsten Ursachen einer verminderten Produktion von Magensäure zählt die
Infektion mit Helicobacter pylori. Helicobacter pylori ist weltweit stark verbreitet und unterdrückt die Produktion von Magensäure als Überlebensstrategie. Fast jeder dritte trägt es in sich, wobei die Meisten davon nichts merken. Dieses Bakterium wird jedoch in engen Zusammenhang gebracht mit Gastritis Typ B, einer Magenschleimhautentzündung, durch die die Produktion von Magensäure verringert wird. Helicobacter pylori siedelt sich gerne direkt unter der Magenschleimhaut an und produziert zu seinem eigenen Schutz das Enzym Urease. Mit dessen Hilfe bildet es Ammoniak, das die Magensäure neutralisiert. Gleichzeitig kann aber Ammoniak leider die Magenschleimhaut durch eine Entzündung schädigen. Das Ergebnis: Gastritis Typ B. Nicht jede Infektion mit Helocobachter pylori muss aber zwangsläufig zu einer Erkrankung führen. Dieses Bakterium verursacht des Öfteren gar keine Beschwerden.

Antazida (Maaloxan, Ancid, Talcit, Rennie, etc.) sind basische Trägermaterialien, die die Magensäure neutralisieren. Sie wirken symptomatisch und sollten nur in Ausnahmefällen und bei akut auftretenden Beschwerden eingenommen werden, da die Wirkung bald nachlässt, aber die Ursprungsproblematik verstärkt wird, weil die vorhandene Säure absorbiert wird.

Die Langzeitnutzung von Protonenpumpenhemmern (z.B. Omeprazol und Pantoprazol) führt auch zu einer Reduktion der Magensäureproduktion. Protonenpumpenhemmer werden bei Reflux und Sodbrennen leider häufig eingesetzt und verursachen langfristig als Kettenreaktionen schwere Verdauungsprobleme! Das Problem bei Protonenpumpenhemmern ist, dass sie durch den Anstieg des pH-Wertes im Magen (Richtung basisch) die Funktion des Magens als Säurepforte zum Darm ausschalten. Das bewirkt, dass Bakterien und Keime nicht mehr richtig abgetötet werden können. Dadurch entstehen zusätzliche Probleme über den Verzehr von Keimen auf Lebensmitteln, wie zum Beispiel Salat, ungewaschenem Obst oder Sushi. Protonenpumpenhemmer sind ein Milliardengeschäft. Sie gehören zu jenen Medikamenten, die weltweit am häufigsten eingenommen werden! Die Langzeitwirkung ist nicht auszurechnen.

Nun könnte es sein, dass Sie längst Protonenpumpenhemmer gegen Ihr Sodbrennen und Ihre Magenbeschwerden einnehmen, die Ihre Belegzellen in der Magenschleimhaut daran hindern, Magensäure zu bilden.
Es wäre auch möglich, dass Sie aufgrund dieses Artikels ihre Medikamente lieber jetzt als später absetzen möchten. Das sollten Sie bitte auf keinen Fall tun! Protonenpumpenhemmer führen nämlich zu einer Abhängigkeit, wodurch es zu Entzugserscheinungen kommt, wenn man die Medikamente plötzlich absetzt.
Wie bereits beschrieben, Protonenpumpenhemmers Aufgabe ist die Magensäureproduktion zu hemmen. Der Magen will aber nach wie vor viel Magensäure produzieren. Wenn der Magen nun feststellt, dass keine Magensäure da ist, dann wird von den Zellen am Mageneingang das Hormon Gastrin ausgeschüttet, das die Belegzellen zur Magensäureproduktion anregt.
Falls über eine längere Zeit Protonenpumpenhemmer genommen wurden, dann wird immer mehr Gastrin ausgeschüttet, weil die Belegzellen – aufgrund der blockierenden Wirkung – gar nicht oder eben wenig reagieren können.
Lässt man nun plötzlich die Protonenpumpenhemmer weg, dann wird – entsprechend der inzwischen relativ großen Menge an Gastrin auch eine große Menge an Magensäure produziert. Es ist jetzt verständlich, warum man extreme Beschwerden mit Reflux und Sodbrennen bekommen kann.
Daher kommen viele Menschen von ihren Protonenpumpenhemmern so schlecht weg.
Protonenpumpenhemmer sollten besonders wenn sie lange eingenommen wurden, nur langsam abgesetzt werden.

Die Produktion von Magensäure und Verdauungsenzymen sowie auch die Funktion der Verschlussklappe zwischen Magen und Speiseröhre lassen mit fortschreitendem Alter nach. Übergewicht spielt dabei oft eine Rolle. Wie bei allen Zellen und Organen des Körpers lässt die Produktivität der Zellen mit steigendem Alter nach. Besonders ab 50 Jahren können gehäuft Symptome auftreten und deshalb eine regelmäßige Supplementierung sinnvoll sein.
Eine jahrzehntelange chronische Übersäuerung des Körpergewebes (Massentierzucht Fleisch, täglicher Brotkonsum, Zucker in egal welcher Form, Alkohol, Milchprodukte, industriell verarbeitete Lebensmittel, etc.) kann nicht nur zu einem Magensäureüberschuss, sondern auch zu einem Magensäuremangel führen. Die latente Übersäuerung erschöpft die Belegzellen – die in all der Zeit Natriumhydrogencarbonat als Puffersubstanz bilden – so, dass diese irgendwann nur noch eingeschränkt funktionsfähig sind und nur noch wenig Magensäure bilden können.
Allerdings lässt sich ein Magensäuremangel längst nicht nur bei Menschen über 50 beobachten. Auch jüngere Menschen leiden – ernährungsbedingt – unentdeckt unter einem Magensäuremangel.

Um die körpereigene Magensäureproduktion auf natürlichem Wege anzuregen, ist es richtig, die Ernährung mit Lebensmitteln zu ergänzen, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe die Sekretion von Verdauungssäften positiv beeinflussen. Dazu gehören vor allem Lebensmittel, die bitter schmecken. Bitterstoffe sind gewiss nicht jedermanns Sache, aber man gewöhnt sich daran.

Folgende bittere Lebensmittel eigenen sich gut vor dem Hauptgericht um die Magensäureproduktion anzuregen: bitter schmeckende Salate, wie Rucola, Löwenzahn, Endiviensalat, Frisée, Chicorée und Radicchio. Und wenn man als Dressing den Salat mit Zitronen- oder Grapefruit- oder Ananassaft und einem kleinen Schuss Essig abschmeckt, hat man schon halb gewonnen.
Auch ein Glas Wasser mit einer halben ausgepressten Zitrone vor dem Essen oder ein Teelöffel Apfelessig in Wasser aufgelöst (evtl. ein wenig Honig dazu) leisten der Verdauung gute Hilfe.

Gerichte sollten regelmäßig mit frischen Kräutern wie Majoran, Basilikum, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Salbei und Lorbeer sowie Gewürzen wie frisch gemahlenem Pfeffer oder Chili, Kurkuma, Safran, Muskat, Kümmel und Ingwer zubereitet werden.

Milchsauer vergorene Säfte wie Sauerkrautsaft oder Sauerkraut direkt gegessen hat unzählige positive Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt.

Ein anderer Weg, zu wenig Magensäure zu ersetzen, ist, diese in Form von HCl-Kapseln einzunehmen. HCl sollte nach Möglichkeit immer in Kombination mit Pepsin genutzt werden. Das ist auf die Annahme zurückzuführen, dass ein Magen, der nicht genug Magensäure produziert, auch nicht genug Pepsin für die Eiweißverdauung ausschütten wird. Zwar sind die Kapseln in der Apotheke oder im Internet frei erhältlich, man sollte diese aber erst nach einer fundierten ärztlichen Diagnose einnehmen, besonders bei Menschen, die unter einer Gastritis leiden und deren Magenschleimhaut (unter Umständen) nicht dick genug ist, um HCl gut zu vertragen. In diesen Fällen kann es zu schwerwiegenden Problemen führen. Vegetarische Verdauungsenzyme aus z.B.: Bromelain, Papain, Amylase, usw. leisten auch eine gute Abhilfe.

Im Allgemeinen sind HCl+Pepsin und Verdauungsenzym-Kapseln aber gut verträglich. Die Dosis der Kapseln wird im Normalfall schrittweise erhöht, bis die gewünschte Wirkung einsetzt. Eine Einnahmedauer von etwa 3 Monaten kann die eigene Magensäureproduktion bei einer gleichzeitigen Umstellung der Lebens-, Bewegungs-, und Essgewohnheiten wieder soweit herstellen, dass auf die Supplementierung der Magensäure wieder verzichtet werden kann.

Wichtig wäre, noch folgende Tipps zu beherzigen:
-Nehmen Sie bitte Zeit für Ihre Mahlzeiten!
-Kauen Sie jeden Bissen gründlich!
-Nahrung mit weicher oder flüssiger Konsistenz sollte man länger im Mund behalten, damit sich der Brei gut mit Speichel vermischen kann.
-Essen Sie erst, wenn Sie hungrig sind.
-Essen Sie nicht zu heiß und nicht zu kalt! Der Magen kann die Nahrung erst optimal verarbeiten, wenn diese Körpertemperatur hat.
-Trinken Sie nichts zum Essen. Trinken Sie eine Stunde vor dem Essen und wieder erst eine Stunde nach dem Essen, da Getränke Magensäure noch weiter verdünnen und die Verdauungsleistung herabsetzen.
Apfelessig oder Zitrone können wunderbar helfen indem dreimal täglich ein Esslöffel davon in einem Glas Wasser aufgelöst (und eventuell mit ein wenig Honig) getrunken wird.

Führen Sie mit Ihrem Arzt abgesprochen eine Darmsanierung durch!
Eine Darmsanierung sollte neben einer Nahrungsmittelliste mindestens drei Komponenten beinhalten:
Zeolith oder Bentonit – diese binden und saugen im Organismus Gifte verschiedener Art auf, um sie mit dem Stuhl auszuscheiden.
Flohsamenschalenpulver – erhöht die Darminhaltmenge und somit die Darmperistaltik und kann (natürlich mit viel Flüssigkeit eingenommen) eine mögliche Verstopfung beheben.
•Probiotikum – ein qualitativ hochwertiges Probiotikum kann gemeinsam mit einem Präbiotikum die Verdauungstätigkeit regulieren und Darmfehlbesiedelung aufheben.

Mehrgängige Menüs sind ein Feind Ihres Magens. Ihr Magen mag kunterbunte Mischungen aus vielen verschiedenen Nahrungsmitteln gar nicht. Essen Sie lieber einfach wie Gemüse mit Kräutern, Meersalz, und ein hochwertiges Öl dazu. Dazu vielleicht noch Buchweizen, Reis oder hochwertiges Bio-Fleisch oder Fisch. In einem Paleo-Kochbuch werden Sie bestimmt fündig.

Gewöhnen Sie sich Desserts aller Art ab. Zucker macht nicht nur süchtig und Ihren pH-Wert saurer: er ist ein Gift. Schon allein die Berücksichtigung dieses Tipps wird Ihren Gesundheitszustand gleich um mehrere Punkte verbessern.

Fazit:
Eine gute Verdauung und die Aufnahme von Nährstoffen sind von einer ausreichenden Magensäureproduktion und Verdauungsenzymen abhängig. Wird nicht genug Magensäure produziert, kann das zu Nährstoffmängeln und in weiterer Folge zu chronischen Erkrankungen führen. Eine niedrige Magensäureproduktion kann durch das Zulassen von Keimen, Bakterien und Viren den Weg in den Darmtrakt erleichtern, wodurch Infektionen, Darmfehlbesiedlungen und Immunreaktionen begünstigt werden.

Eine Ergänzung der Ernährung mit Bitterstoffen und eine Supplementierung mit HCl + Pepsin und Verdauungsenzymen können die Ursachen einer zu geringen Magensäureproduktion und einer unzureichenden Verdauung lindern.

1. Herbert Renz-Polster, Steffen Krautzig: Basislehrbuch Innere Medizin. Elsevier, 2008, S. 559, S. 576, S. 585.
2. E. M. El Omar, K. Oien, A. El-Nujumi et al.: „Helicobacter pylori infection and chronic gastric acid hyposecretion“, Gastroenterology 113/1997, S. 15–24.
3. J. Schölmerich: Medizinische Therapie in Klinik und Praxis. Springer 2001, S. 745.
4. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sodbrennen.htm

Kinder als mini Erwachsene

Vom 06.01.2017

Kinder haben es noch nie einfach gehabt, denn sie sind ungewollt unsere klaren Spiegel für Familie und Gesellschaft.
Ob die Bezugspersonen um ein Kind herum gesunde, stabile Persönlichkeiten mit natürlicher Autorität sind oder nicht, kann man direkt an dem Verhalten des Kindes ablesen, denn Kinder lernen – wie wir wissen – per Nachahmung.

Haben Sie schon auf der Straße beobachtet, dass, was früher eine Selbstverständlichkeit war, nämlich die Kinder an die Hand zu nehmen, immer seltener wird? Ich sehe in der letzten Zeit häufig Eltern, die in der U-Bahn oder auf der Straße vorne gehen (oft telefonierend) während ihre kleinen Kinder einige Meter hinter ihnen verträumt vor sich hin schlendern. Es vergehen manchmal Minuten, bis sie sich nach dem Kind umsehen und verärgert feststellen, dass das Kind nur langsam vorwärts kommt.
Eine nicht weniger gefährliche Aktion ist, wenn Kleinkinder auf der Straße vorauslaufen dürfen. Ist es die Aufgabe des Kindes, das richtige Ziel auszusuchen und für seine eigene Sicherheit zu sorgen? Eher nicht, denn es ist eine zu komplexe Aufgabe, die Lebenserfahrung erfordert, viel mehr als vielleicht einen schönen Stein zu entdecken oder den Vögeln beim Fliegen zuzuschauen.

Es ist wichtig, Eigenständigkeit zu fördern, aber wenn die Aufgaben nicht altersgemäß zugeteilt werden, können Kinder nichts Gutes daraus lernen und sind überfordert. Man sieht leider immer mehr entschlossene „mini Erwachsene“ mit ernstem Blick und immer weniger fröhliche Kinder. Was unterscheidet „mini Erwachsene“ von Kindern? Ihre Umgebung und der Umgang mit ihnen.

Ich höre manchmal wohlgemeinte Fragen von aufgeklärten Eltern an ihre (meistens kleinen) Kinder: Was sollen wir heute zu Abend essen? Soll die Oma am Wochenende zu Besuch kommen? Bestimmt ist es wichtig, Kinder ernst zu nehmen und sie nach ihrer Meinung zu fragen aber es ist nicht die Aufgabe des Kindes Entscheidungen für die Familie zu treffen. Es ist, als ob in machen Familien die Rollen vertauscht wären: Eltern die unsicher und anlehnungsbedürftig sind und Kinder die unbemerkt zu früh zu viel Verantwortung tragen müssen, weil sie in manchen Fällen gar als Partnerersatz gesehen werden.

Soll sich ein Kind mit der richtigen Ernährung für die Familie oder gar mit innenfamiliärer Kontaktpflege auskennen? Natürlich kann und soll ein Kind sagen, ob ihm etwas schmeckt oder ob es die Oma mag, aber die Entscheidungen sollen immer die Erwachsene treffen. Sonst stellt sich bald die Frage: wer führt denn in dieser Familie?

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Hat schon J. W. von Goethe gesagt. Aber bitte zuerst Wurzeln und erst dann Flügeln!

Kinder brauchen eine liebevolle Führung im Sinne von Wegweisung und Grenzsetzung um sich auf ihre Entwicklung konzentrieren zu können. Sie brauchen es, um sich auszukennen und um sich sicher zu fühlen.
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Kinder müssen heutzutage immer höhere kognitive Leistungen bringen: im Kindergarten Englisch als erste Fremdsprache und bitte noch vor Schuleintritt sich mit Buchstaben und Zahlen bestens auszukennen! Dagegen ist relativ wenig einzuwenden, denn je früher das Gehirn trainiert wird, umso mehr neuronale Verschaltungen können entstehen, die zu einer höheren Denkfähigkeit beitragen. Aber bei einer einseitigen Förderung wird das Gleichgewicht der Entwicklung gestört und bewirkt Verhaltensstörungen, wenn nicht auch soziale Kompetenzen, sensomotorische Erfahrungen, phantasievolle, kreative Beschäftigungen und das freie Spiel gefördert werden. Einseitige, leistungszentrierte Förderung im Kindesalter erzeugt eine intellektuelle Kälte, die alles andere als gesund ist, denn ohne erworbene Empathie und emotionale Wärme können zwischenmenschliche Beziehungen nicht gut gelingen.

In diesen Zeiten ist bestimmt nicht einfach alles unter einen Hut zu bringen, denn die Bedingungen für einen Zusammenhalt der Familien haben sich enorm verschlechtert. AlleinerzieherInnen, die sich auch um das Familieneinkommen kümmern müssen, stellen keine Ausnahme mehr dar. Oder voll berufstätige Eltern, die am Abend erschöpft nur noch mehr Ruhe haben wollen auf der anderen Seite. Probleme im Alltag, Druck im Beruf und dann will man dem Kind ja auch etwas bieten können.
Eine falsch verstandene moderne Strömung geht von einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Eltern und Kind aus. Es ist bestimmt viel bequemer, nicht immer alleine Entscheidungen treffen zu müssen, aber kleine Kinder damit zu überfordern ist die falsche Lösung. Ihnen mit zunehmendem Alter einiges an Entscheidungen zuzutrauen ist richtig, aber die eigenen Unsicherheiten und Inkonsequenzen auf die Kinder zu übertragen verursacht längerfristig mehr Probleme in der Familie, als es im Moment vielleicht an Entlastung bringt.

Was lernt ein Kind daraus, wenn es im Kleinkindesalter auf der Straße nicht an die Hand genommen wird?
Was lernt ein Kind daraus, wenn es entscheiden muss, was die Mama kaufen oder wie die Wochenendgestaltung ausfallen soll?
Warum wundern wir uns dann darüber, dass sich „Kinder von heute“ wie Tyrannen verhalten (diplomatisch könnte man sie auch als sehr eigenständig und selbstbewusst bezeichnen), kaum Respekt empfinden und Schwierigkeiten haben, sich in einer Gemeinschaft einzufügen? Die Ursachen dafür sind komplex und auf mehreren Ebenen zu finden. Einige Komponenten sind davon gewiss dort zu suchen, wo das Kind sich nicht gut aufgehoben, sondern alleingelassen gefühlt hat, denn es musste sich durchkämpfen und eigene Regeln und Werte schaffen. Es macht Kinder innerlich einsam und hart, wenn sie zu früh erwachsen werden müssen. Umso bedauerlich, wenn so etwas in unserer Wohlstandsgesellschaft passiert, wo Kinder einen hohen Stellenwert haben. Es ist sinnvoll, die Entwicklungen im Umgang mit Kindern zu beobachten und das Positive aufzugreifen, denn dem Zeitgeist nicht zu folgen ist fast unmöglich.
Ich wünsche uns allen, dass dies zumWohle der Kinder passiert.

Leuchtturm und Kriegsschiff

Vom 20.12.2016

Erlauben Sie mir, dass ich heute mit Ihnen eine frei überlieferte und nicht ganz unpolitische Anekdote über Macht und Unschuld teile, die auch heuer von Ernst Grissemann mit seiner großartigen Stimme im Theater Akzent vorgetragen wurde und die für mich immer noch amüsant bleibt. Eine Version davon soll es bereits im Jahre 1931 gegeben haben.
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Spanier: Hier ist A853, bitte ändern Sie ihren Kurs um 15 Grad nach Süden um eine Kollision zu vermeiden! Sie fahren direkt auf uns zu, Entfernung 25 nautische Meilen.

US-Navy: Hier spricht der Kapitän des Schiffes der United States Navy. Wir bestehen darauf, dass Sie Ihren Kurs um 15 Grad nach Norden ändern, um eine Kollision zu vermeiden!

Spanier: Negativ. Das halten wir für nicht möglich! Wir schlagen vor, dass Sie Ihren Kurs um 15 Grad nach Süden ändern.

US-Navy: Hier spricht der Kapitän eines Schiffes der Marine der Vereinigten Staaten von Amerika zu Ihnen! Wir beharren darauf: ändern sie sofort Ihren Kurs um 15 Grad nach Norden, um eine Kollision zu vermeiden.

Spanier: Das ist weder machbar noch erforderlich, wir empfehlen Ihnen Ihren Kurs um 15 Grad nach Süden zu ändern, um eine Kollision zu vermeiden.

US-Navy: Hier spricht Richard James Howard, Kommandant des Flugzeugträgers „USS Lincoln“ von der Marine der Vereinigten Statten von Amerika, das zweitgrößte Kriegsschiff der nordamerikanischen Flotte! Wir werden von zwei Panzerkreuzern, sechs Zerstörern, fünf Kreuzern, vier U-Booten und mehreren Versorgungsschiffen begleitet. Wir sind in Kursrichtung persischer Golf unterwegs, um dort an einem Militärmanöver teilzunehmen. Ich schlage Ihnen nicht vor … ich befehle Ihnen, Ihren Kurs um 15 Grad nach Norden zu ändern! Sollten Sie sich nicht daran halten, so sehen wir uns gezwungen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit unserer Flotte zu garantieren. Befolgen Sie meinen Befehl und machen Sie uns unverzüglich den Weg frei!

Spanier: Hier spricht Juan Manuel Salas Alcántara. Wir sind hier zwei Personen, aktuell begleitet von einem Hund, zwei Bier, unserem Essen, und einem Kanarienvogel, der gerade schläft. Wir haben die Unterstützung der Sender Cadena Dial von la Coruna und von der „Maritime Emergencys Frequency no. 16“. Wir werden nirgendwo hin fahren, da wir mit ihnen vom Festland aus sprechen. Wir befinden uns im Leuchtturm A-853 Finisterre an der Küste von Galizien und haben keine Ahnung, wo wir im Ranking der spanischen Leuchttürme stehen. Sie sollten Schritte einleiten, die Sie für notwendig halten, um die Sicherheit Ihres Schiffes zu garantieren, zumal er bald an den Küstenfelsen Galiziens zerschellen wird, und aus diesem Grund müssen wir darauf beharren und möchten es Ihnen nochmals ans Herz legen, dass es das Beste, das Gesündeste und das Klügste für Sie wäre, Ihren Kurs um 15 Grad nach Süden zu ändern, damit wir nicht miteinander kollidieren!

Ressourcenorientiert denken

Vom 09.10.2016

Kritik kann unter dem Deckmantel „Verbesserung der Situation“ ausgeübt werden. Oft findet man eine persönliche Befriedigung darin, sich über andere zu erheben – zum Beispiel durch Wissensvorsprung. Oft ist Kritik jedoch wohlgemeint. Nun frage ich mich, ob das wirklich effizient ist, sich auf die Mängel zu konzentrieren und daran zu arbeiten?

Es ist bestimmt einer der Wege, die im Berufsleben oft eingeschlagen werden, aber verfestigen solche Feedback-Gespräche nicht einfach nur die Machtstrukturen zwischen den Arbeitnehmer und dem Manager/Chef/Vorgesetzten? Gibt es nicht einen effektiveren Weg zu wachsen und besser zu werden in dem was man macht?

Wenn die Aufmerksamkeit und somit die Energie auf bestimmte Verhaltensweisen und somit Areale im Gehirn gelenkt werden, rücken sie in den Vordergrund. Sie gewinnen an Bedeutung und werden vermehrt fokussiert. Klingt kontraproduktiv.

Wäre es nicht klüger, sich stattdessen auf die persönlichen Ressourcen zu konzentrieren und darauf aufbauend sich neue Fähigkeiten oder neue Verhaltensweisen anzueignen? Unter Ressourcen sind hier u.a. gemeint: Haltungen, aus Erfahrungen abgeleitetes Können und Wissen, Strategien, Stärken, die bei Aktivierung zu schnelleren Problemlösungen führen.

Ist es nicht effizienter, sich vor einer Aufgabe (Problemlösung) zu stärken, statt sich mit Kritik niederzumachen? Oder würden Sie vor einem bevorstehenden Kampf noch schnell mal einen Marathon laufen?

Natürlich gibt es Menschen, die beginnen erst zu kämpfen, wenn sie erniedrigt und beschämt werden. Aber diese Leistungen basieren auf Angst und Stress und können langfristig die Seele vergiften. Ist die Seele mal vergiftet, kommen die körperlichen Erkrankungen gesetzmäßig.

Wenn Sie für eine Pflanze gut sorgen wollten, würden Sie diese nicht schützen, regelmäßig gießen und ihr Sonnenlicht zukommen lassen?
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Wenn Sie einen Menschen zu Spitzenleistungen bringen wollten, würden Sie ihn zuerst daran erinnern, was er alles schlecht gemacht hat? Oder würden Sie Ihn daran erinnern, wie viel er schon erreicht hat, was er alles schon gut gemacht hat und welches Potential in ihm steckt, damit er sich selbst zur Höchstleistungen motivieren kann?

Ressourcenorientiert zu denken, also auf die eigenen geistigen und körperlichen Reserven bei Problemlösungen zu schauen, ist zeitsparend und gesundheitsfördernd.

Ein Satz, den Sie von mir öfter hören in den Therapiestunden:
Auf der sonnigen Seite des Lebens ist jede Menge Platz!

Die Macht der Gewohnheiten

Vom 25.09.2016

Kennen Sie das? Immer dieselbe Straßenseite am Weg in die Arbeit wählen; sobald man stehen bleibt, immer auf demselben Standbein stehen; immer die gleichen Lebensmittel einkaufen, beim Schuhe anziehen immer den linken oder den rechten zuerst, usw. Gewohnheiten erleichtern unser Leben gewiss, denn wir haben schließlich Besseres zu tun, als uns über solche Banalitäten Gedanken zu machen. Aber wie es so üblich ist auf der Welt: alles hat eine Licht- und eine Schattenseite.

Gewohnheiten könnte man vereinfacht als auf wiederholten Gedanken basierende wiederholte Handlungen definieren. Als solche haben diese eine relativ große Präsenz im Gehirn, denn je öfter ein Gedanke gedacht wird und darauffolgend die Handlung gesetzt wird, umso mehr prägt es sich im Gehirn als funktionierende „Strategie“ ein.

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“ (aus dem Talmud)

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Gewohnheiten können aber mit der Zeit bei einer Herausforderung oder Krise einschränkend sein, denn die anderen Möglichkeiten oder Herangehensweisen wurden bereits durch nicht verwenden abtrainiert. „Use it or lose it!“ Das gilt auch für unsere Problemlösungskompetenzen.
Man kann es sich als Lebensprinzip nicht nur auf dem Sofa bequem machen, sondern auch im Kopf. Beide Ebenen, sowohl die Ebene des Körpers, als auch das Gehirn sind bei uns Menschen auf Bewegung angewiesen, um die volle Funktionsfähigkeit und Vernetzung der Neuronen zu erhalten.

In der Therapie ist es oft überraschend, wie einfach Lösungen für Probleme sein können – nur alleine kommt man nicht darauf, weil die alten (Denk-)Gewohnheiten im Wege stehen. Ein Blick von außen bringt einen frischen Wind im Denken und auch eine gewisse Freude, wieder im Fluss zu sein. Es macht Spaß, auf die eigenen Ressourcen zurückgreifen zu können und aus dem eigenen Labyrinth herauszufinden. Denn wir sind alle kompetente Wesen miteinander. (Ein bekannter Satz von mir in den Therapiestunden.)

Es gibt eine einfache Methode, wie man innerlich in Bewegung bleiben kann: verlassen Sie eine Zeit lang dreimal täglich Ihre Komfortzone! Was heißt das? Morgen bewusst die andere Straßenseite wählen, mit einer Kollegin sprechen, die Sie noch nicht so oft gesehen haben, eine neue Gemüsesorte ausprobieren, sich für einen ungewöhnlichen Kurs einschreiben oder einfach etwas machen, was Sie vielleicht nicht so gerne machen, weil es unbequem ist. Sie werden dafür mit Freude belohnt und mit dem Gefühl, über sich hinauswachsen zu können. Ganz einfach.

Dazuzugehören

Vom 05.09.2016

Das Internet ist eine wahre Quelle an Informationen. Von Wertvollem, wissenschaftlich Belegtem, bis zu absolut Erfundenem oder gar irreführende oder angsteinflößende Inhalte, manchmal basierend auf purer Dummheit.

Sozialmediaseiten geben vielen jungen Menschen eine Orientierung im Leben, was angesagt ist und wie die anderen (scheinbar) denken. Die Grenzen zwischen Realität, also „off“, und dem virtuellen Raum, „on“, sind fast schon fließend ineinander übergehend und der Selbstwert hängt beachtlich vom Status auf verschiedenen Plattformen ab. Längst ist die gesunde Grenze überschritten zwischen real und virtuell. Diese Welten vermischen sich, obwohl beide auf völlig andere Erfahrungen und Fähigkeiten zurückgreifen. Nicht dazuzugehören und nicht wissen, was gerade angesagt ist oder was schon wieder „out“ ist, gehört zu den Fehlern, die einem in der eigenen Peer Gruppe das Image kosten könnte.

Ganz schön anstrengend für junge Leute, ständig „up to date“ zu bleiben. Die Möglichkeiten, etwas zu unternehmen oder sich von einer weiteren „WhatsApp-Gruppe“ hinzufügen zu lassen, wächst enorm. Das Gefühl, etwas versäumt zu haben, ist eine normale Begleiterscheinung, denn neben den Veranstaltungen wird durch private Gruppenverabredungen potentiell der Bekanntenkreis wachsen.

Je mehr Möglichkeiten, umso mehr kann nicht wahrgenommen werden. Das Gefühl der Überforderung mit diesen zwei Parallelwelten wächst, denn in beiden sollte man möglichst gut dastehen. Eine interessante Entwicklung, man darf gespannt sein, wohin das wohl führt?
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Im realen Leben kann man gleichzeitig nur an einem Ort anwesend sein, aber in der virtuellen Welt kann man gleichzeitig mehrere Fenster offen halten um so aktuell zu bleiben. Die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen im Internet passieren, welche Blogs oder Personen nachahmenswert sind oder wie ein hipper, junger Mensch aussieht oder denkt, hat bereits eine Grenze überschritten, die mit einem gesunden Medienkonsum nicht mehr zu decken ist.

Vor noch nicht allzu langer Zeit hielt Mode noch einen Sommer oder Winter lang und die Hits waren mehrere Wochen in den Charts. Heute gilt das nicht mehr, und das nicht zu wissen kann einen ins Abseits drängen.

Viele junge Menschen sind mit der Parallelwelt, in der sie sich bewegen müssen, überfordert. Es ist ein „fulltimejob“, sich am Laufenden zu halten und das geht in diesem Fall nur mit Geschwindigkeit. Da es im realen Leben nicht so schnell geht, konzentrieren sich viele auf die virtuelle Welt, die sie auf eigene Weise „verschluckt“ und als weltfremde und emotionsarme Menschen ausspuckt.

Schade, aber ich bin davon überzeugt, dass eines Tages mit Kreativität auch dieses Problem gelöst wird.

60 Sekunden

Vom 24.08.2016

Ein Auszug eines Seminars von Vera F. Birkenbihl über *Humor im Alltag*

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Was bringt es uns gehirnphysiologisch 60 Sekunden lang zu lächeln?

Wofür könnte das eine gute Lösung sein?

HIER: 9 Minuten – eigentlich eine komprimierte Therapiestunde – die mit einer beeindruckenden Frau echt Spaß machen.

Pandemie des Sitzens

Vom 01.08.2016

Kürzlich wurde in der Tageszeitung Der Standard wieder ein Thema aufgegriffen, das ich als wichtig einstufe: unsere veränderte Lebensweise. Diese bringt mit sich, dass wir erheblich mehr sitzen als in der Vergangenheit.
Während sich unsere Vorfahren (vor 3-4 Generationen) öfter in der Natur aufgehalten haben, körperlich schwer gearbeitet und die meisten Wegstrecken zu Fuß zurückgelegt haben, verbringen wir – laut Standard – 50 bis 70 Prozent unseres Alltags in der Arbeit und in Verkehrsmitteln sitzend.

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Das gilt in ähnlichem Ausmaß auch für Kinder ab dem Schuleintritt. Es ist für mich kaum nachvollziehbar, warum Kindern verordnet wird, in der Schule stundenlang zu sitzen, weil es gerade für Kinder sehr anstrengend ist, stundenlang stillhalten zu müssen. Ihr Bewegungsdrang ist gleichzeitig ein Auslöser von Verarbeitungsprozessen von Informationen über den Körper. Vorne spricht die Lehrerin stehend und vermittelt Informationen, aber die Verarbeitung bei den Kindern muss sitzend erfolgen. Wenn sie bereits überfordert sind und zu „zappeln“ beginnen, bekommen sie eine Betragensnote. So gewöhnt man Kindern Bewegung ab und so kann es passieren, dass bereits Kinder unter einer der häufigsten chronischen Beschwerden leiden, nämlich unter Rückenschmerzen. Ich kenne kaum Erwachsene, die nicht immer wieder von Rückenschmerzen geplagt wären.

Wenn man von den Statistikzahlen ausgeht, dass jährlich fünf Millionen Menschen an körperlicher Inaktivität sterben und eine steigende Anzahl an gesteigertem Herzerkrankungsrisiko, Diabetes, Verfettung der Organe und einige Krebsarten auch auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind, kommt es zu Vorschein, wie gefährlich unsere sitzende Lebensweise ist.

Haben Sie schon mal zusammengezählt, wie viele Stunden am Tag Sie sitzend verbringen?

Menschen, die im Schnitt acht Stunden im Büro sitzen, könnten die körperlichen Folgen mit einer Stunde Bewegung am Tag ausgleichen. Oft würden schon schnelleres Gehen oder Radfahren ausreichen, aber je intensiver die Bewegung, umso besser! Laut WHO wäre zweieinhalb Stunden pro Woche mit moderater Anstrengung ausgeführte Bewegung empfehlenswert, um den sitzenden Lebensstil teilweise auszugleichen. Ich finde zweiendhalb Stunden eindeutig zu wenig, obwohl natürlich besser als gar keine Bewegung.

Wie lässt sich der Ausgleich in den Alltag eines nicht sehr sportlichen Menschen einbauen?

Vielleicht in der Früh doch eine halbe Stunde Laufen gehen? In die Arbeit mit dem Fahrrad fahren oder zumindest eine Teilstrecke zügig zu Fuß zurücklegen, in der Mittagspause spazieren gehen, im Büro nach jeder Stunde aufstehen und sich kurz bewegen, sich nach der Arbeit nicht ins Auto setzen, sondern öffentlich nach Hause kommen.
Jede noch so kleine Bewegungseinheit kommt der Gesundheit zu Gute. Wie einfach aber eine Linderung für Schmerzen, Depressionen und chronische Erkrankungen in manchen Fällen sein könnte! Abgesehen von der Stimmung, denn Bewegung erzeugt Glückshormone – also, ein Doppelgewinn.

Der Druck sich weiterentwickeln zu müssen

Vom 13.07.2016

Gar nicht so einfach, im Leben nichts zu verpassen. Zumindest hat man diesen Eindruck.

Hohe Erwartungen im Beruf und im Privatleben. Es soll der richtige Job das richtige Ansehen und Einkommen bringen und der Partner begehrenswert und humorvoll sein und sich in unserem Tempo entwickeln, bitte wenn geht, auch noch unsere Ziele verfolgen. In der Therapie soll möglichst alles zügig von sich gehen, denn wer hat schon Zeit zu verschenken?

Spirituelle Selbstoptimierung bis zur Selbstverfremdung.

Am Schluss bleibt ein Hochglanzmagazin-Bild davon, was einmal das noch nicht perfekte „Selbst“ war. Ob diese Entwicklungen in Managerakademien, in NLP Kursen, in Coaching-Stunden, in der Therapie oder in einem indischen Aschram angestrebt werden, kommt darauf an, welchen Seelenweg man innerlich eingeschlagen hat.

Hilfe bei der Selbstfindung in Anspruch zu nehmen, finde ich klug.
Aber die Sätze: „Ich muss mich permanent weiterentwickeln, denn wer rastet der rostet!“ oder „Ein Pferd erholt sich am Besten im Galopp“ finde ich gefährlich. Die Menschlichkeit kann dabei auf der Strecke bleiben.
Die Werte, auf die Menschengruppierungen seit Jahrtausenden aufgebaut sind, können verloren gehen, denn die Geschwindigkeit der Entwicklung potenziert sich derzeit geradezu.

Ist es sinnvoll, sich von dieser Maschinerie erfassen zu lassen oder ist es an der Zeit, sich davon zu befreien und den eigenen Weg im eigenen Tempo zu gehen?

Alle behaupten, dass die Zeit immer schneller wird und ein Monat, ein Jahr wie im Flug vergeht. Ja, das kann ich bestätigen. Aber liegt es nicht an uns, dass wir das so empfinden? Je mehr im Leben passiert, umso schneller scheint die Zeit zu vergehen. Ich kenne kaum jemanden, der nicht von diesem „Effizienz-Virus“ befallen wäre.
Selbstoptimierung im Eiltempo ist angesagt. Aber, was hat das für einen Sinn?
In der Therapie wird immer die Frage gestellt: „Was glauben Sie, wie lange wird es hier dauern, bis ich mich besser verstanden/befreit/abgeklärt habe?“
Darauf kann man keine konkrete Antwort geben, denn auf das innere Tempo, nämlich dann, wenn es um unseren Kern und innere Schätze geht, haben wir keinen Einfluss. Man kann Entwicklungsschritte überspringen, aber die Seele lässt sich nicht hetzen. Nicht von mir und nicht von Ihnen.
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Lieben Sie Mozart?

Vom 03.07.2016

Jeder von uns hat schon mal erlebt, dass Musik – die eigentlich nur aus akustischen Signalen besteht – Gefühle auslösen, die überraschend sein können. Die Reaktionen sind unterschiedlich und die eigene Biographie spielt dabei eine tragende Rolle, wie bestimmte Gehirnareale auf Musikstücke reagieren, nämlich das limbische System bewertet, ob uns Musik gefällt oder nicht.

Dass Musik tiefe Gefühle auslösen kann und dadurch eine vorwiegend emotionale Angelegenheit ist, könnte in den Ursprüngen der menschlichen Evolution liegen, möglicherweise als eine Art vorsprachliche Kommunikation. So vermutet der Emotionsforscher Jaak Panksepp, Emeritus an der Bowling Green State University in Ohio, dass frühe menschenartige Lebewesen mit Hilfe melodischer Rufe in Kontakt zueinander blieben, etwa wenn eine Mutter außer Sichtweite ihres Kindes nach Nahrung oder Holz suchte. Das könnte eine sehr tiefe Prägung in uns sein. Musik scheint die Muttersprache aller Menschen zu sein. So weit so gut
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Aber warum die Frage, ob Sie Mozart lieben? Weil das ein Vorteil für Sie wäre.
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In Kliniken scheinen seine Kompositionen Schmerzen und Angst zu lindern, bauen Stress ab, sorgen für eine freundlichere Atmosphäre und herzlichere Begegnungen zwischen den Menschen. Am erstaunlichsten ist wohl die Wirkung seiner Musik auf das Gehirn. Die Nervenzellen werden angeregt, neue Verbindungen zu knüpfen. Konkret bedeutet das: höhere Konzentrations-, Lern- und Entscheidungsfähigkeit, schärfere Intuition, geistige Wachheit und mehr Kreativität.

Natürlich gilt das für andere namhafte Komponisten auch, aber Mozarts Musik macht etwas einzigartig.
„Mozart hat eigentlich nirgendwo etwas völlig neu erfunden“, meint der Musikwissenschaftler Ulrich Konrad. „Dafür fand er innerhalb des Üblichen erstaunliche Kombinationen und setzte sie so passgenau ein, dass es für die Zeit einzigartig, ja nicht selten unerhört klingt.“ Mozart beschrieb sein Ideal recht übersichtlich so: „Das Mittelding – das Wahre in allen Sachen.“ Es bedeutet, die Mitte von allem zu finden und die Mitte ist oft die Heilung von vielen Nöten, denn dort existiert Harmonie, Ausgleich und vielleicht auch die absolute Schönheit.

Ende der 90er Jahre landete der Komponist und Musikpsychologe Don Campbell in den USA mit „The Mozart Effect“ – deutscher Buchtitel: „Die Heilkraft der Musik“ einen Beststeller. Das Buch basiert auf den Erkenntnissen von Alfred Tomatis.
Tomatis bestätigt, dass die Musik von Mozart die besten Therapieerfolge auf der ganzen Welt wirke „mit einer Kraft, die andere nicht haben“. Etliche Wissenschaftler, die im Bereich Klangforschung, Hörpsychologie, Neurologie etc. arbeiten, bestätigen, dass einige Merkmale von Mozarts Musik anregend auf unsere Intelligenz und Kreativität, stabilisierend auf dem Herzschlag und den entsprechenden Gehirnregionen wirken. Wie kann das passieren?

Die spielerisch fließenden Melodien, die klaren Strukturen, der bevorzugte Einsatz heller Töne und Klänge und die rhythmische Variabilität der Musik Mozarts seien hierfür verantwortlich.
Der auf der salzburger Universität Mozarteum forschende Professor Dr. Hans-Ullrich Balzer hat mit chronobiologischen Analysen nachgewiesen, dass es beim Hören von Mozarts Musik zu einer bemerkenswert schnellen Synchronisation körpereigener Rhythmen – von unserem Gehirn angeleitet, das in einer rhythmischen Taktung arbeitet – kommt. Der Klang ist für das Nervensystem ebenso wichtig wie Nahrung für den Körper.

Eine der Grunderkenntnisse über die Wirkung von Musik lautet so: die Rhythmen sind in einem Musikstück ausschlaggebend und ihre Abstimmung aufeinander und die individuellen biologischen Rhythmen eines Menschen – wie Herzfrequenz oder Pulsschlag sollten mit den Rhythmen in der Musik im Gleichklang sein.

Wenn man aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann Mozarts Musik eine Harmonie und einen Ausgleich schaffen, wodurch Gehirn und Körper mit Wohlbefinden und emotionalem Gleichgewicht belohnt werden.

Die Stille

Vom 24.06.2016

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Neues das Leben bereit hält, wenn wir es zulassen. Menschen, die uns inspirieren, Lehrer und Meister, die uns in ihrem stillen Dasein so tief berühren, wie kein Wissen über unsere kognitive Intelligenz.

Es gibt Begegnungen mit besonderen Menschen, die irgendwann zu einem Punkt gelangen, in dem für ein paar Sekunden nichts gesagt wird und in diesem Moment wird etwas unverkennbar, worüber auch der spirituelle Meister Eckhart Tolle in aller Klarheit spricht: die Stille als das formlose Sein.

Wir alle verlieren uns tagtäglich in unseren Erinnerungen, Gedanken und deren Wertungen und je mehr wir das tun, umso mehr entfernen wir uns von uns selbst und von der Essenz des „Seins“. Das fühlt sich im Erleben fremdgesteuert und leer an. Zersplittert und getrieben. Es geschieht fast unbemerkt, von der Strömung unserer Zeit in seiner verwirrenden Komplexität mit gespült zu werden.

Natürlich stehen uns Möglichkeiten zur Verfügung, diese Leere mit Fernsehen, Musik, Gesellschaft oder mit Drogen aller Art füllen, aber unter der Oberfläche ist die Leere latent spürbar trotzdem da. Ich würde diese Leere Verbindungslosigkeit nennen.

Wenn unsere Aufmerksamkeit zerstreut ist, bleibt das Wesentliche unsichtbar, weil es zwar mächtig, aber still ist. Den Geist zu schulen, indem man seine Aufmerksamkeit auf eine Sache lenkt, sei es sein eigener Atem, eine Tätigkeit, ein Baum oder der Himmel, ist eine naheliegende Möglichkeit mit der Stille Kontakt aufzunehmen und somit selbst still zu werden. Die konzentrierte Verbindung auf einer tiefen Ebene mit Etwas öffnet den Raum in uns, wo wir eine Einheit mit allem – für Sekunden – spüren können.

Eckhart Tolle sagt: innerlich stillsein ist ein Gewahrsein ohne Denken, in welcher man nie tiefer und essentieller selbst sein kann als sonst. In seiner eigenen Stille ist man das, was jenseits der zeitlichen Existenz ist: reines Bewusstsein, unkonditioniert, ewig und formlos.

Es ist verständlich, Angst vor der Stille zu haben, denn wer weiß, was dort vorgefunden wird. Die eigenen Schatten stehen Wache und verhindern Stille, vermeintlich als Schutz. In der Praxis stellt sich aber heraus, dass es umgekehrt ist: Stille, der mutig begegnet wird, vertreibt die Schatten.

Tief verwurzelt sein, wo man ist – im Hier und Jetzt, ohne gestern und morgen. Was für eine schöne Vorstellung.
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Die große Müdigkeit

Vom 22.05.2016

Letzte Zeit höre ich immer wieder, wie Menschen darüber berichten, dass sie müde sind. Seit Wochen nämlich, so richtig müde.

Kann es die alljährliche Frühjahrsmüdigkeit sein? Ja, wahrscheinlich die auch, aber ich vermute diesmal mehr dahinter.

Wir haben recht anstrengende Zeiten mit extremen Wetterumschwüngen und politischen Ereignissen hinter uns und so wie es aussieht, werden die Turbulenzen noch ein wenig (?) anhalten. Flüchtlingsdebatten, Wahlen und wechselnde Regierungsmitglieder können – bezogen auf die Existenz vieler Menschen – ziemlich verunsichernd sein.
Dazu kommt noch der Kreislauf, der nicht immer mit dem Wetter und dieser geladenen Erdatmosphäre mithalten kann. Unser Gehirn und das Nervensystem sind gefordert alle Informationen richtig zu verarbeiten. Das ist leichter gesagt als getan, vor allem für sensible oder gar hochsensible Menschen. An mehreren Ebenen – wie existentiell, körperlich, dadurch auch privat und beruflich -gleichzeitig geschwächt zu sein, ist sehr anstrengend.

Ein geschwächter Körper nach dem Winter ist anfälliger für einen „Kurzschluss“. Die Folgen sind extreme Reaktionen auf extreme Ereignisse. In den U-Bahnen und im Straßenverkehr machen einige Menschen den Eindruck, als ob sie kurz davor wären durchzudrehen. Ernste, gereizte oder abwesende Gesichter, ungeduldige Handlungen die leider ansteckend sind, bestimmen das Straßenbild.

Wie können wir diese Zeiten besser durchtauchen?

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Sich nicht mitreißen zu lassen ist bestimmt ein guter Weg. Bewusst einen Gegenpool mit Ruhe und Freundlichkeit zu bilden wäre z.B. eine konstruktive Lösung. Wenn Aggressivität ansteckend ist, muss es Ruhe und wohlwollende Freundlichkeit auch sein.

Es lohnt sich auszuprobieren, denn es kommt trotz allem immer wieder vor, dass sich zwei Menschen auf der Straße beim Vorbeigehen, ohne einen ersichtlichen Grund freundlich zustimmend anlächeln.

Kurze Glücksgefühle erzeugen dabei Energie – das ist doch eine gute Nachricht!

Hochsensibilität – Teil 2

Vom 01.05.2016

Aus heutiger Sicht der Forschung geht man einerseits von einer angeborenen Hochsensibilität und andererseits von einer erworbenen Hochsensibilität wegen Traumatisierungen, lang anhaltendem Stress und schwierigen Lebensbedingungen aus. Diese Menschen mussten sehr feine Antennen entwickeln, meistens in der frühen Kindheit, um besser Gefahren zu wittern und sich in Sicherheit zu bringen, wenn z.B. der Alkoholiker-Vater wieder zuschlagen wollte.

Hochsensible Menschen finden kreative Lebenswege, mit ihren Eigenarten gut auszukommen. Manche eher sachlich-intellektuell orientierte Menschen fokussieren sich vollkommen auf ein Lebensgebiet (wie Professoren auf ein Wissensgebiet), um sich eher mit Sachverhalten als mit sich selbst beschäftigen zu müssen.

Oder viele davon werden Künstler und schaffen über ihren kreativen Ausdruck einen guten Abstand und doch eine Nähe zu ihren Lebensthemen. Leiden kann zum Ausdruck – und dadurch zur Erlösung – werden und so eine geeignete Plattform für die Diskrepanz zwischen der eigenen Sensibilität und der „rauen Welt“ bieten.

Was wäre die Kunst ohne Leiden?

Im sozialen Bereich findet man auch viele übermäßig emphatische Menschen, die laufend über ihre Grenzen gehen, um dann zusammenzubrechen. Ein „Helfersyndrom“ ist recht anstrengend, sobald die Bestätigung und Dankbarkeit der anderen ausbleibt. Spätestens da wird erkannt, dass die Welt des Helfens auch keine heile Welt von „Gutmenschen“ ist, in der man immer die ersehnte Bestätigung bekommt.

Hochsensible Menschen besitzen eine erhöhte Verletzlichkeit, die sie kompensieren müssen.
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Es ist eine schwierige Aufgabe, die eigenen Grenzen erst kennenzulernen und dann dafür zu sorgen, dass sie auch eingehalten werden. Die Interaktionen mit ihren Mitmenschen deuten nicht immer auf einen sensiblen Menschen hin, denn manchmal werden sogar Reaktionen gezeigt, die man nicht sensiblen Menschen zuschreiben würde wie: auffällige Leidenschaftlichkeit bis zu radikalen Reaktionen, Jähzorn, Wut, sofort mit einem Pfeil zurückschießen um den anderen zu verletzen, nicht zuhören können, immer bereit zu sein, sich gegen vermeintliche Angriffe zu verteidigen und zu streiten usw.

Manchmal handelt es sich um Menschen, die in der Tiefe unbearbeitete Verletzungen in sich tragen, mit denen sie sich gar nicht befassen wollen, weil sie das nicht können.

Hochsensibilität – Teil 1

Vom 23.04.2016

Geschätzte 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung haben eine besonders ausgeprägte Empfindsamkeit, somit eine spezielle Sensibilität. Diese wirkt sich auf die Wahrnehmung, das Nervensystem und das Hormonsystem aus und beeinflusst merkbar alle Ebenen des Seins – körperlich, seelisch und geistig.
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Erstmals erforscht und benannt wurde die sogenannte „Hochsensibilität“ 1997 von der amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron. Bis heute gibt es bedauerlicherweise nur wenige bekannte Forschungen, die sich mit den Ursachen dieses Phänomens beschäftigen.

Dennoch kann man aus den vorhandenen Studien ableiten, dass sich Hochsensibilität am ehesten mit einem Unterschied in der neurologischen Konstitution des Gehirns betroffener Menschen erklären lässt. Also, dass das Gehirn hochsensibler Menschen äußere Eindrücke intensiver und komplexer verarbeitet als der Durschnitt.

Hochsensibilität bringt viele Vorteile mit sich, wie eine speziell komplexe Wahrnehmung, Reflexionsfähigkeit durch Einfühlungsvermögen allen Lebewesen gegenüber, Intuition, Kreativität, usw.
Hochsensibilität ist aber keine Krankheit, sonder eher ein „Anders-Sein“. Diese Menschen sind bei den Naturvölkern hoch geschätzt, weil sie z.B. schon früher das Nähern einer Gewitterwolke oder ein gefährliches Tier erspüren können als andere Menschen. Bei der Suche nach Trinkwasser ist eine feine Wahrnehmung auch recht günstig. Diese Menschen haben eine wichtige Rolle in Gruppen, die mit der Natur im Einklang leben, genauso wie die Jäger oder die Heiler.

In naturfernen Umgebungen wie in Großstädten werden solche Eigenschaften jedoch wenig gebraucht und durch störende Faktoren wie Lärm, Überreizung, Stress, geringe Luft- und Nahrungsmittelqualität an Bedeutung verdeckt.

Hochsensible Menschen erschöpfen – aufgrund ihrer intensiveren Wahrnehmung und Informationsverarbeitungsprozessen – schneller, empfinden sich deswegen als schwach und weniger belastbar, obwohl sie mehr Leistung in der gleichen Zeitspanne erbringen (müssen), als ihre weniger sensiblen Zeitgenossen.
Dazu kommt noch – oft bereits in der Kindheit – die Spiegelung der Familie und Freunde, dass man kompliziert und anders wäre als die anderen.

Das stimmt auch aus ihrer Sicht, weil für Menschen, die nicht so empfindsam sind, ist es kaum vorstellbar, wieso einfache Eindrücke und Geräusche so schnell zu viel werden können.

Aus Unverständnis gesprochene Worte und Zuschreibungen werden aber leicht zu einem Teil des Selbstbildes und hochsensible Menschen halten sich selbst für kompliziert, wenig belastbar und unzulänglich.
Da wir uns eher unseren Gruppen anpassen wollen, um in den jeweiligen Beziehungen (Familie, Freunde) bleiben zu können, versuchen hochsensible Menschen häufig, es den anderen doch recht zu machen. Sie versuchen bei Aktivitäten mitzumachen, solange sie können, dann explodieren sie, weil sie merken, dass ihre Grenzen mehrfach überschritten worden sind. Im schlimmsten Fall kann es so weit gehen, dass chemische Medikamente verabreicht werden, weil die Symptome nicht als Hochsensibilität erkannt werden.
Das ist bedauerlich, denn sobald man verstanden hat, warum etwas problematisch ist wie laute Musik, Gerüche oder Berührungen, lässt sich dafür eine Lösung finden – ohne Medikamente.

Berufliche Zukunftsvisionen

Vom 10.04.2016

Irgendwann kommt in der Therapie auch die Frage hoch: Wie finde ich einen neuen Job? Finde ich überhaupt noch einen? Welche Inserate soll ich beantworten?

Es ist mir wahrhaft eine Ehre, Menschen zu helfen den richtigen Job zu finden. Vor allem, sich vom Mangeldenken und negativen Überzeugungen zu entfernen und seinem eigenen gesunden Selbst näher zu kommen.

Schauen wir mal, warum es nicht klug ist, sich nach den Angeboten im Internet zu richten und zu versuchen, einen neuen Job zu bekommen, indem man auf einige Inserate – die einem halbwegs sympathisch vorkommen – antwortet. Vielleicht landet man im richtigen Job, oft sind aber Enttäuschungen vorprogrammiert, weil die Tätigkeit nicht hundertprozentig das ist, was man am liebsten macht.

Meine Antwort ist: Die Reihenfolge des Suchens ist falsch.
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Die Frage ist nicht, welche Angebote am Markt sind, sondern was brennt in mir? Was will ich sechs bis acht Stunden lang am Tag machen? Was ist meine Seelenaufgabe? In welchen Bereichen liegen meine Begabungen/Interessen, nämlich diejenigen, die ich so gerne verfolge, dass ich das auch ohne Bezahlung machen würde.

Das wissen die wenigsten Menschen, weil man das bewusst in sich anschauen muss. Unsere Interessen und Seelenaufgaben ändern sich in Epochen.
Die gute Nachricht: Zukunftsforscher sagen, dass wir im Schnitt, bis wir in Pension gehen, ca. vier Berufe erlernen werden. Unsere Großeltern haben einen Beruf gehabt. Wir werden ca. vier haben. Klingt doch interessant?

Fürs Erste ist es hilfreich eine Liste mit all den Tätigkeiten (Kundenkontakt, Service, Administration, Handwerk…etc.) und Arbeitsqualitäten (nette Kollegen, Weiterbildungsmöglichkeiten, gute Bezahlung, menschenfreundliche Führungskräfte…etc.) die mir persönlich wichtig sind, aufzuschreiben – unabhängig von der „Realität“.

Und NEIN, bitte nichts aufschreiben, was Sie nicht wollen! Das ist kontraproduktiv. Hier geht es darum, konkret zu formulieren, WAS Sie wollen.

Die richtige Frage ist: wie könnte es dort in der Zukunft aussehen, wo Sie Ihre Fähigkeiten voll einsetzten können, wo Sie beruflich wie menschlich wachsen können und wo Sie genau deswegen geschätzt werden, weil Sie sie sind.

Warum das so wichtig ist? Weil nur dort können Sie richtig erfolgreich und erfüllt sein.

Der innere Kritiker

Vom 31.03.2016

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Menschen mit sich selbst umgehen. Sie stecken ihre Ziele hoch, arbeiten an sich, kommen aber nur gebremst voran.
Die äußeren Umstände sind passend, an Intelligenz mangelt es auch nicht, woran liegt es dann?

Oft liegt es an unserem inneren Kritiker.

Vielleicht ist etwas nicht so gelungen, wie wir es uns vorgenommen haben, vielleicht ist die Enttäuschung deswegen groß. Es ist etwas passiert und das werfen wir uns vor. Bei Frauen spielt Aussehen und Gewicht zusätzlich eine Rolle, wofür man sich täglich niedermachen und dem Tag seine Schönheit nehmen kann.

Der innere Kritiker beginnt zu kritisieren, selten freundlich und wohlwollend, eher streng und abwertend. Diese Stimme in sich wahrzunehmen erfordert ein wenig Achtsamkeit, aber in den meisten Fällen ist sie doch hörbar.
Wir hören geduldig zu, ertragen die Beleidigungen und lassen die Stimme in uns weiter wirken:
„Du hättest deine Meinung sagen sollen! Was bist Du für ein Feigling!“
„Schau Dir die anderen Frauen an, die schaffen es gut auszusehen, aber Du?“
„Du schaffst es niemals!“

Wenn wir ehrlich sind, sind das Methoden, wie man einen Menschen schwächt oder gar vernichtet. Niemand hat wirklich etwas davon, wenn wir uns beschimpfen und dadurch minderwertiger fühlen. Es ist eher ein Kreisen um uns herum ohne Ergebnis.

Wenn ich meinen Fokus auf das Schlechte richte, wie soll daraus etwas Gutes entstehen?
Meine Hoffnung, Energie und Zuversicht wird zerstört, die Handlungsfähigkeit noch weiter eingeschränkt. Ist das zielführend?

Vielleicht verpackt der innere Kritiker sein Wirken so, als ob er etwas Gutes im Sinn hätte. Schutz vor Enttäuschungen, oder davor nicht zu gut von sich zu denken, damit der Fall danach nicht so weh tut. Gut gemeint, ist aber nicht immer hilfreich.

Wie lange würden Sie mit einem Freund befreundet bleiben, wenn er Sie ständig niedermachen würde? Wahrscheinlich nicht mehr lange.
Aber warum dürfen wir dann so mit uns umgehen? Wo liegt der Unterschied?
Haben wir es nicht eher verdient angespornt und ermutigt werden, um uns zu verbessern?

Wie würden Sie versuchen, jemandem aufzubauen? Mit Beleidigungen oder mit aufbauenden Worten?
Irgendwann ist Schluss mit Selbstsabotage. Warum nicht gleich heute?

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Über die Fähigkeit und Unfähigkeit

Vom 14.02.2016

Manchmal höre ich, wie Menschen sich darüber beklagen, wie furchtbar alles sei. Die Menschen sind grausam, das Wetter spielt verrückt und einen Job findet man sowieso nicht. Und über das Waal-Sterben reden wir gar nicht.

Mag sein.

Andere berichten, dass es endlich bald wieder Frühling ist und sie Lust hätten mal wieder wie ein Kind herumzualbern und alte Freunde zu treffen.

Wohin ich aber meine Aufmerksamkeit richte, hängt von mir ab. Was ich denke, fühle und wie ich handle, liegt einzig allein in meiner Macht.

Ich muss nicht den einen Teil der Realität ausblenden und leben, als ob es keine Probleme mit Menschen geben würde, die einen neuen Zufluchtsort in Europa suchen oder die immer wachsende Angst vieler Familien, nicht genug Geld für den Alltag zu haben. Ja, das sind reale Probleme, die nach einer realen Lösung verlangen.

Kann ich etwas für die Lösung aktiv beitragen? Wenn ja, bitte sich sofort dafür einsetzen!
Ausweg

Wenn ich aber nichts aktiv dazu unternehmen kann, dass diesen Menschen geholfen wird? Vergeblich verschenkte Lebensqualität. Was haben die anderen davon, wenn ich mich in meinem Zimmer verkrieche und Angst um ihre Probleme habe? Hilft es ihnen? Wohl kaum. Sie kennen mich nicht einmal.

Wenn ich allen Menschen um mich herum erzähle, wie schlimm es um uns steht, was wird es bewirken? Das Ergebnis wird eine verpestete Atmosphäre sein, die in keinster Weise zu einer Lösung der Probleme beiträgt. Angst verleitet eher zu Kurzschlusshandlungen, die sich in den seltensten Fällen als richtig erwiesen haben.

Kann man Probleme lösen, indem man den inneren Fokus auf die katastrophalen Auswirkungen richtet? Nein. So kann man zwar die eigenen düsteren Phantasien ausschmücken, mehr nicht.

Probleme löst man mit Kreativität und Weitblick. Wir alle haben diese Fähigkeit. Können Sie sich vorstellen, wie Kinder genau das erreichen, was sie wollen? Wenn zum Beispiel die Keksdose auf der obersten Regal im Schrank steht? Ist es einem Kind vielleicht ein Hindernis, auf einen Sessel einen Hocker zu stellen, darauf hinauf zu klettern und auf den Zehenspitzen stehend die köstlichen Kekse zu holen?

Ich finde, dass es schade ist, die Lebenszeit mit Opferhaltung, Gehässigkeit und Klagen zu verbringen. So unmündig und unfähig sind wir alle miteinander nicht. Oder haben Sie noch nie etwas aus eigener Kraft erreicht? Eben. Prinzipiell jammern wird immer mehr ein Auslaufmodell, zum Glück!

Der Wackelzahn

Vom 06.02.2016

Unlängst in einem Blumenladen war ich dabei, Blumen für die Praxis auszusuchen, als wie aus dem Nichts ein kleines Mädchen neben mir stand. Sie hat mich eine Zeit lang aufmerksam beobachtet und dann:

„Ich habe einen Wackelzahn.“ sagte sie leise, so leise, dass ich sie fragen musste, was sie gesagt hatte. Dann hat sie etwas schüchtern, aber kristallklar wiederholt:

„Ich habe einen Wackelzahn.“
Mädchen

Ich war etwas verwirrt.

Ich wusste nicht, was jetzt geschehen soll. Braucht sie Hilfe? Tut es ihr weh?

Ihre Mama – offensichtlich die Blumenverkäuferin – hat mich schnell aufgeklärt:
„Seit ihr Zahn wackelt, erzählt sie es jedem!“

Ach so.

Dann habe ich sie gefragt, ob sie schon ein Schulkind wäre, denn nur Kinder, die bald in die Schule kommen, haben den ersten Wackelzahn.
Sie hat sich riesig gefreut, heuer in die Schule gehen zu dürfen.

Wir haben noch kurz geplaudert und ich habe ihr zugesichert, dass ich es schön finde, stolz auf ihren Wackelzahn zu sein. Ihr ganzes Wesen hat gestrahlt.

Auf der Straße war mir immer noch warm ums Herz. Für ein Kind wie dieses Mädchen war es selbstverständlich, ihre Freude und Stolz mit anderen zu teilen. Auch mit Fremden.
Dadurch wurde es nicht weniger, sondern mehr. Sie hat mich irgendwie angesteckt. Ich war auch stolz darauf, dass sie einen Wackelzahn hat.

Dann kamen in mir idealistische Gedanken hoch: Wie schön es wäre, wenn es im Erwachsenenalter auch noch möglich wäre, mit anderen – vielleicht sogar fremden – Menschen Freude und Stolz zu teilen.
Wie schön es wäre, das Gemeinsame, nämlich das Menschsein zu kultivieren, statt einzelkämpferischen Neid zu leben. Jeder gegen jeden. Sei es ein Sitzplatz, der Platz in der Warteschlange oder ein neuer Job.
Schade um unsere Lebensqualität, denn gemeinsam erreicht man deutlich mehr und fühlt sich unvergleichlich besser.
Können Sie sich vorstellen, was es in unserer Gehirnstruktur bewirken würde?
Also, was haben Sie Schönes erlebt? Was macht Sie stolz? Erzählen Sie es jemandem, fangen wir einfach damit an!

Menschenzugewandt führen

Vom 31.01.2016

In der letzten Zeit begegnete mir immer wieder das Phänomen „Burnout“. Ich habe festgestellt, dass, wenn in den Firmen alles genauso weiter läuft, wir bald viele Menschen auf den Straßen und in den Praxen haben werden, die sich wie Zombies fühlen und ebenso aussehen.
Wie schade, denn Arbeit ist nur ein Teil unseres Lebens, insofern dürfte sie nicht so sehr auf Kosten der Gesundheit gehen. Die Praxis zeigt aber, dass es Usus ist, die eigenen Grenzen der Belastbarkeit – zugunsten der Firma – zu überschreiten. Mich erstaunt, dass das als unveränderliche Tatsache angenommen wird.
Viele Menschen haben Angst vor Kündigung, deshalb sind sie telefonisch sieben Tage der Woche – auch in den Abendstunden – erreichbar und lassen sich oft von ihren Chefs behandeln, als ob sie Menschen zweiter Klasse wären.

Wie konnten sich unsere Grundwerte so sehr verändern?

Wenn eine Position mit absoluter Unterwürfigkeit, permanenter Verfügbarkeit und der Fähigkeit, Erniedrigungen zu erdulden, gekennzeichnet ist, zusätzlich mit der Erwartung, jederzeit Höchstleistungen zu erbringen und dabei auch noch froh sein, dabei sein zu dürfen, gepaart ist, mutiert der Mensch zur Maschine. Da helfen die mit amerikanischem Eifer mantraartig wiederholten Firmenslogans auch nicht. Heranschleichende seelische und körperliche Erkrankungen sind die Konsequenzen für die Missachtung unserer menschlichen Natur.

Nicht selten höre ich Menschen Mitte Dreißig, dass sie sich nicht trauen zu kündigen, da sie zu alt dafür wären, eine neue berufliche Aufgabe zu finden. Rein rechnerisch wollen sie die nächsten zwanzig, dreißig Jahre aus Angst in der Firma ausharren. Unter uns gesagt: wenn sie noch leben.

Wie krank ist dieses System bitte? Haben wir das wirklich nötig?

Für jedes Gesellschaftsspiel gehören mindestens zwei Personen.

Schöne Anregungen habe ich in einem Interview mit Sebastian Purps-Pardigol, Coach und Buchautor, gefunden: Zugehörigkeit und Verbundenheit, Vorgesetzte als Vorbilder auch in ihrer Fähigkeit als Mensch „Über sich Hinauszuwachsen“, Erleben von Sinnhaftigkeit, Vertrauen auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter und Achtsamkeit.
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Die Erkenntnis: es braucht neue Führungskräfte, die bereit sind, konsequent an einem Kulturwandel vor allem an sich selbst zu arbeiten! Ich hoffe, dass diese Idee in der Zukunft auf ein breiteres Interesse stößt, damit Arbeit Freude macht und die Firmen Menschen würdig und respektvoll behandeln, so wie es allen als Geburtsrecht zusteht.

Kostenlose Vorträge von 12. bis 21. Jänner

Vom 09.01.2016

Psychotherapie-Vortragsreihe im Amtshaus Margareten

Von 12. bis 21. Jänner findet die kostenlose Vortragsreihe „Themen, die Seelen bewegen – Psychotherapie hilft“ im Amtshaus im 5. Bezirk statt.

Der 5. Bezirk lädt gemeinsam mit dem Wiener Landesverband für Psychotherapie (WLP) zu einer Vortragsreihe in das Amtshaus Margareten ein. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich in ihrem Bezirk wohlfühlen und im nahen Umfeld alle jene Dinge finden, die dieses Gefühl stärken.

Bezirksvorsteherin Mag.a Susanne Schaefer-Wiery:

Es freut mich sehr, dass ich in Kooperation mit dem Landesverband für Psychotherapie dieses kostenlose Angebot bieten kann, denn: Gute medizinische Versorgung und Beratung erhöhen die Lebensqualität und erleichtern uns den Alltag!

Veranstaltungsdetails
Vortragsreihe „Themen, die Seelen bewegen – Psychotherapie hilft“
Termin: Dienstag, 12. Jänner bis Donnerstag, 21. Jänner 2015, jeweils 18 Uhr
Ort: Festsaal im Amtshaus Margareten, 5., Schönbrunner Straße 54, 2. Stock

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Programm
Was ist eigentlich Psychotherapie? •Mit welchen Beschwerden gehe ich zur Psychotherapeutin?
•Überblick und Basisinformationen
•Termin: Dienstag, 12. Jänner 2016
•Vortragende: Ela Neidhart MSc, WLP-Bezirkskoordinatorin 1050/1060, Psychotherapeutin in freier Praxis

Psychosomatik – die Psyche spricht durch den Körper •Beispiele aus der Praxis, wie Emotionen den Körper beeinflussen
•Termin: Mittwoch, 13. Jänner 2016
•Vortragender: Mag. Hans Christian Kailich, Psychotherapeut, Pädagoge

Traumatherapie – der Weg zurück in die Normalität •Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Wie kann der Rückkehr nach einem Trauma mit Traumatherapie gelingen? Wo findet man Hilfe und Unterstützung?
•Termin: Donnerstag, 14. Jänner 2016
•Vortragende: Erika Schedler MSc, Personzentrierte Psychotherapie, Traumatherapeutin

Wenn das Spiel zur Sucht wird •Viele Wege führen in die Spielsucht, die Psychotherapie bietet einen Weg aus der Abhängigkeit
•Termin: Montag, 18. Jänner 2016
•Vortragender: Mag. Hans Christian Kailich

Psychosen – wenn deine Wahrnehmung nicht mehr meine Wirklichkeit ist •In Österreich sind rund 60.000 Menschen an Schizophrenie erkrankt. Informationen und Hilfe für Angehörige und Betroffene
•Termin: Dienstag, 19. Jänner 2016
•Vortragende: Ela Neidhart MSc

Burnout – der ausgebrannte Mensch •Stresssituationen können wir verkraften, doch wenn die Belastung über Monate oder Jahre anhält, sind nachhaltige Konsequenzen vorprogrammiert. Was ist zu tun um die Abwärtsspirale zu stoppen?
•Termin: Donnerstag, 21. Jänner 2016
•Vortragende: Erika Schedler MSc

Das dünne Eis

Vom 06.01.2016

Man muss sich schon bemühen, das Leben gut hinzubekommen, keine Frage. Wir geben unser Bestes, ein noch besserer Mensch zu werden, die Umwelt zu schützen, unsere Kinder mit Liebe und Weisheit zu erziehen, und uns um unsere Gesundheit mündig zu kümmern. Nach Glück und Gesundheit sehnen wir uns auch alle.

Wir streben nach dem Gelingen eines guten Lebens – bewusst wie unbewusst – und unser Erfolg hängt davon ab, ob wir uns dabei blockieren oder uns erlauben, ein richtig gutes Leben zu leben. Manchmal schaffen wir es auch recht erfolgreich, uns vom Erfolg ein Leben lang fernzuhalten. Ja, so konsequent kann man sich sabotieren.

Angst war bekanntlich noch nie ein guter Ratgeber.

Wenn das Leben aber endlich läuft, fällt das nur in besonderen Momenten auf. Dann lernen wir einen Menschen kennen, der vielleicht durch seltsam ungute Umstände alles verloren hat, was ihm bisher Halt geboten hat. Haus und Hof, Familie und Freunde. Dann geschieht das Unberechenbare. Der Mensch hält inne, sammelt sich, geht bewusst durch seine Hölle und – zwar etwas zart – aber er kehrt ins Leben zurück. Natürlich ist es diesmal ein anderes Leben. Das alte wurde ausgelöscht. Dass das Unglück nur ein paar Sekunden braucht, um den „Reset“-Knopf zu drücken, ist ebenso ein Teil des Lebens wie die Fähigkeit, alles wieder neu aufzubauen.

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Das Eis ist dünn unter uns. Ein warmes Bett zu haben, genug zu Essen, immer etwas Sauberes anzuziehen, sehen wir als selbstverständlich an, denn es war ja immer schon so. Selbstverständlich ist es aber keinesfalls.
Wie die Würfel für uns im Himmel fallen, hängt von unendlich vielen Faktoren ab. Doch wir haben einen erheblichen Einfluss darauf, was wir daraus machen und wie wir unserem Schicksal begegnen. Die Sicherheit liegt in uns: in dem, dass wir immer darauf vertrauen können, dass sich die Wunden immer heilen werden und ein Vertrauen auf unsere Kreativität, immer einen Ausweg zu finden, egal wie sich die Umstände in der Welt ändern.
Zum Glück können alle Menschen kreativ sein!

Neujahrswünsche

Vom 29.12.2015

„Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
Ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre doch was!

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh‘,
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du,
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln – das wäre gut!

Kein Trübsal und Dunkel, ein bisschen mehr Licht,
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht,
Und viel mehr Blumen, solange es geht,
Nicht erst auf Gräbern – da blüh’n sie zu spät!“

Ziel sei der Friede des Herzens

Peter Rosegger 1843 – 1918
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Veränderung

Vom 05.12.2015

Es ist schon so eine Sache mit Veränderungen. Wer kennt das nicht: das Leben wird immer beschwerlicher, körperliche Anzeichen wie Schmerzen und Verspannungen machen sich bemerkbar, Ängste tauchen auf und die erste Lösung, die den meisten Menschen dazu einfällt ist: ausharren, oft bis der Arzt kommt. Ergo ein versteinertes Leben zu führen und dabei immer weniger das Gefühl zu haben, gesund, zufrieden und lebendig zu sein.

Die Strategie ist, zuerst einmal genauso weiter zu leben wie bisher. Die Wege, die Beziehungsmuster sind bereits so vertraut, dass alleine die Vorstellung, daran etwas zu ändern, Ängste auslöst.
Knoten

Nicht selten höre ich Menschen erzählen, dass sie bereits 10 Jahre oder länger in einer Firma arbeiten, in der sie nicht anerkannt, geschätzt, und dazu noch gemobbt werden. Oder ihr Partner oder ihre Partnerin, mit dem oder mit der sie ihr Leben teilen, sie weder wahrnimmt, liebt, noch unterstützt.

Es kommt mir so vor, als ob man wüsste, täglich Gift zu trinken, aber mangels Mut hört man damit nicht auf.

Dann reicht es eines Tages vielleicht doch und man beschließt, sich professionelle Hilfe zu holen und zur Therapie zu gehen. Ein gutes Vorhaben. Selbstverantwortung zu übernehmen und Selbstwirksamkeit auszuprobieren tut gut.

Es vergehen die Therapiestunden und irgendwann kommt man nach ehrlicher Arbeit an sich zu den Wurzeln des Übels. Das sind dann immer menschliche Beziehungen, seien es berufliche oder private, wo es etwas schiefläuft und Verletzungen passieren, gewollt wie ungewollt. Meistens liegt das Scheitern geglückter Lebenssituationen an der Kommunikation, dem Wissen und dem Bewusstsein um die eigenen Bedürfnisse.

Natürlich gehören Verletzungen, die man in der Kindheit über sich ergehen lassen musste, nicht dazu, denn die wenigsten Kinder kennen ihre Bedürfnisse gut und können/dürfen das auch adäquat artikulieren. Aber als erwachsenem Menschen steht es jedem zu.

So kann es vorkommen, dass man vor einer Entscheidung steht, eine Beziehung zu den Eltern, Partnern oder Kollegen zu klären. Wenn diese Menschen auch noch aktive Täter sind, die schlagen, beschimpfen oder manipulieren, steht es im Raum, den Kontakt für eine bestimmte Zeit zu unterbinden, damit keine weiteren Verletzungen passieren und das innere Stresssystem heruntergefahren werden kann. Das ist eine Voraussetzung, damit Traumatas aufgelöst werden können. Solange ich innerlich auf der Flucht bin werde ich eher mit meinem „Überleben“ beschäftigt sein als mit meinem Seelenfrieden.

Da kommt es zu einem Punkt, wo einige Menschen einfach nicht mehr weiterkommen. „Wie, ich soll mit meinen Eltern reden, meinen Job kündigen oder meinen Partner verlassen? Das geht nicht. Dann habe ich ja nichts mehr.“

Man entscheidet sich eher für die tägliche Dosis Gift. Dass es nur eine Scheinsicherheit, ein scheinbarer Frieden auf Kosten der eigenen Gesundheit und Lebensdauer ist, wird in Kauf genommen.

Warum eigentlich?

Wir leben eingebettet in eine Zeit, die sich ständig verändert, in die Natur, die sich ständig verändert und wir Menschen werden auch von Sekunde zu Sekunde älter und verändern uns alleine schon deswegen permanent. Sich aus diesem System des Lebens herauszunehmen und zu versuchen, sich erstarrt an Beziehungen und Situationen festzuklammern, kann nur Schmerzen verursachen, da sie gegen die Natur sind.

Schade, wenn Ängste gewinnen, denn eine gute Lebensqualität ist so greifbar nah.

Der dogmatische Fehlschluss

Vom 29.11.2015

Diskussionen beizuwohnen kann recht lehrreich sein, vor allem, wenn es um gegenwärtige, emotionsgeladene Themen unserer Tage geht.

Es ist aber kräftezerrend, mit jemandem zu diskutieren, der unbeirrbar überzeugt ist, in seinem persönlichen Informationsgebilde recht zu haben. Sätze mit: „Fakt ist…“ oder „Tatsache ist…“ oder „Sie werden doch einsehen müssen, dass…“ verhindern eine inhaltliche Annäherung und dienen nur dem Erreichen einer Unterwerfung und dem Anschließen einer Ideologie.

Der Sinn einer guten Diskussion sollte im Austausch erhaltener Informationen und daraus abgeleiteter Argumente und Sichtweisen liegen. Dabei das eigene Denkspektrum auszudehnen, könnte man als einen Aspekt oder gar als Gewinn auf der persönlichen Ebene ansehen. Eine Diskussion mit jemandem, der glaubt, absolut im Recht zu sein, ist daher sinnlos.

Es kann gefährlich im Sinne der Meinungsbildung sein, wenn Menschen mit erstarrten Selbstkonzepten in den Medien falsche Informationen verbreiten. Das geschieht nicht immer wissentlich oder bewusst, da stimme ich zu. Aber die eigene Angst als bestimmende Filter zu verwenden, um Themen hervorzuheben, ist unreflektiert.

Zeitung

Wenn man diese Menschen fragt, woher sie das Recht nehmen, für Andere zu sprechen, bekommt man das Bild eines besorgten, wohlwollenden Sprachrohrs.

Wie sieht es aber bei uns selbst aus? Es liegt eine gewisse Ironie darin, dass wir diese Unfehlbarkeit zumeist bei Anderen, selten bei uns selbst erkennen.

Angst wird derzeit still und laut verbreitet, als Fakt oder als Abendunterhaltung. Ich stelle hier die Frage: brauchen wir das wirklich? Wenn ich mich auf komplexe oder schwierige Aufgaben vorbereite, stärke ich mich im Vorfeld, anstatt mich mit Angst zu schwächen. Das ist eine einfache Rechnung.

Lesen Sie hier einen interessanten Artikel zu diesem Thema in der Zeitschrift „Hohe Luft“.

Was Stephen Hawking über den Terror sagt, ist wunderbar richtig

Interview für junge Menschen über Flüchtlinge

Lothar Hirneise – Krebsforscher : über alternative Heilmethoden bei Krebs

Vom 01.11.2015

Das 3E-Zentrum in Remshalden-Buoch in Deutschland ist mehr als 17 Jahren auf die ganzheitliche Behandlung von Krebs spezialisiert.

Lesen Sie hier darüber, wie Lothar Hirneise zu dieser Aufgabe kam:

„In den letzten Jahren bin ich auf der ganzen Welt herumgereist, um erfolgreiche Krebstherapien zu finden und zu untersuchen. Zuerst tat ich dies aus persönlichen Gründen, später als Forschungsdirektor der National Foundation for Alternative Medicine in Washington und bis heute mache ich dies als Vorstand von Krebs21.

Ob in Mexiko, Russland oder Italien, sehr schnell wurde mir klar, dass Medizin keine Wissenschaft ist. Sicherlich haben Sie oder einer Ihrer Bekannten auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Sie drei Ärzte um deren Meinung gefragt haben und mit vier verschiedenen Meinungen nach Hause gekommen sind.

Das hat absolut nichts mit Wissenschaft zu tun und wenn man einmal von der Chirurgie bzw. der Notfallmedizin absieht, zieht sich diese „Nichtwissenschaft“ durch alle Bereiche der Medizin.

Auf meinen Reisen durch die onkologischen Literatur erging es mir nicht besser. Sich widersprechende Aussagen gehören hier genauso zur Tagesordnung, und total verwirrt wird man spätestens, wenn man sich mit Ärzten darüber unterhält, wie denn nun die Testergebnisse der Studien in all den Büchern zu bewerten sind.
Von der gleichen Studie können Sie Sätze hören wie „das ist ein neuer Durchbruch in der Medizin“ oder aber „diese Studie können Sie vergessen, schauen Sie doch nur einmal an, wer sie finanziert hat“. Als logisch denkender Mensch ist die konventionelle Medizin, wie sie heute praktiziert wird, nichts anderes als ein Pool von sich widersprechenden Aussagen, aus dem sich jeder das herausnehmen darf, was er will, geschützt von Krankenkassen, Regierungen und vielen Ärzteverbänden.

Zu einem Zeitpunkt, als ich mir schon längst eingestanden hatte, dass ich noch Jahre damit verbringen könnte unterschiedlichste Meinungen darüber anzuhören was Krebs ist, wie Krebs entsteht und vor allem wie Krebs zu behandeln ist, begann ich das von mir gesammelte Material etwas näher anzuschauen und monatelang auszuwerten.

Das Wichtigste bei der ersten Auswertung meiner damaligen Reisen war, dass es zwingende Gemeinsamkeiten bei Menschen gab, die Krebs in einem so genannten „finalen Stadium“ überlebt hatten. Dies brachte mich zu dem Punkt, Onkologie zum ersten Mal richtig zu betrachten – nämlich aus der Sicht der Patienten und nicht aus der Sicht der Ärzte und Wissenschaftler.
Aus dieser Sicht war es mir möglich, Onkologie endlich wieder von einer logischen Seite aus zu betrachten. Erstmals konnte ich das bisher gesammelte Wissen in ein verständliches System packen und all die Theorien über Entstehung und Behandlung von Krebs genau da einordnen, wo sie hingehören. All die verschiedenen Sätze der konventionellen und der nicht-konventionellen Therapien verwirrten mich nicht noch mehr, sondern halfen mir immer klarer bei der Wahrheitsfindung.

Zwei Ergebnisse waren sehr schnell offensichtlich. Zuerst fand ich heraus, dass Krebskranke in einem finalen Stadium viel erfolgreicher zu behandeln sind, wenn sie KEINE massiven konventionellen Therapien über sich ergehen lassen mussten. Leider findet man jedoch solche Menschen in den westlichen Ländern nur sehr selten, da die übliche Medizin und leider auch die Gesetzgebung fast nur konventionelle Therapien erlauben bzw. bezahlen.

Der zweite Punkt, den ich herausfand, war der, dass schwer Krebskranke niemals durch bestimmte Medikamente geheilt wurden, sondern immer durch alleinige mentale bzw. spirituelle Arbeit und/oder durch eine Kombinationstherapie mit Entgiftungs- bzw. Ernährungsmaßnahmen.
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Und noch etwas war auffällig bei meinen Auswertungen. Keiner der Patienten hatte Therapien angewandt, die in irgend einer Art schwerwiegende Nebenwirkungen hatten (obwohl dies natürlich während der ersten Therapie(n) sehr oft vorkam). Das alte Gesetz: Primum non nocere (Zuerst einmal nicht verletzen), welches in der Medizin des 19. und des 20. Jahrhunderts leider vergessen wurde, brachte Menschen direkter und unkomplizierter auf den Weg der Gesundheit, als die heutige, moderne Medizin.

Jetzt werden sie vielleicht denken, na ja, das ist ja wohl nichts Neues. Warum aber werden dann daraus keine Konsequenzen gezogen? Warum hat noch niemand damit begonnen, dieses Wissen in ein System für Jedermann zu packen? Warum glaubt jeder sein „Puzzleteil“ im großen Bild der Onkologie als gesamtes Bild verkaufen zu können?

Sehr schnell fand ich die Antwort auf all diese Fragen. Ich war ganz einfach in keinem der Systeme „gefangen“, in denen all die Menschen normalerweise stecken, die dieses Wissen zumindest teilweise ebenfalls haben. Ich musste meinen Lebensunterhalt nicht mit dem „Verkauf“ von Therapien oder Medikamenten verdienen. Ich war nicht gezwungen, aus politischen oder finanziellen Gründen meine Karriere zu fördern.

Niemals zuvor hatte ich etwas öffentlich behauptet, was ich zurücknehmen musste oder was dazu führte, dass ich mein Gesicht verloren hätte.
Auf den ersten Blick erscheint Ihnen dies vielleicht gar nicht so bedeutend. Doch wenn Sie einmal etwas genauer anschauen, wer heutzutage was behauptet und warum, dann werden Sie sehr schnell herausfinden, dass einer dieser Punkte immer eine bedeutende Rolle spielt.
Ich war also das, was man auf gut Deutsch „unabhängig“ nennen konnte. Selbstverständlich halfen mir meine psychoanalytische Ausbildung und meine mathematisch-logische Denkweise, das gesammelte Wissen später in das 3E-Programm zu integrieren.

Wenn ich aber die letzten Jahre Revue passieren lasse, dann war es vor allem meine persönliche Unabhängigkeit, die es mir ermöglichte, meine onkologischen Erfahrungen in ein System zu bringen. Nur so war es mir möglich, neugierig durch die Welt zu reisen und mich selbst davon zu überzeugen, welche erfolgreichen alternativen Heilmethoden es da „da draußen“ gibt, wenn man Ärzten, geheilten Patienten und Wissenschaftlern vorurteilsfrei gegenüber tritt.“

In diesem Video spricht Klaus Pertl darüber wie wichtig Lebensveränderung bei Krebs ist.

Reden wir über kollektive Angst

Vom 25.10.2015

Angst – als eines der Gefühle, die wir empfinden können – gehört zur normalen Gefühlsgrundausstattung jedes Lebewesens. Sie hilft in gefährlichen Situationen schnell zu reagieren, da wir vererbte und erworbene Erfahrungen in uns tragen, die die Konsequenzen dieses schnellen Handelns im Gehirn und Körper hinterlassen haben.

Energiereserven werden dadurch freigesetzt, dass der Körper in einen Alarmzustand gerät. Die Pupillen weiten sich, Seh- und Hörvermögen werden schärfer, die Muskeln werden aktiviert, die Aufmerksamkeit steigt, Energiebereitstellung und Reaktionsgeschwindigkeit werden erhöht, Herzfrequenz und Atmung beschleunigen, wir schwitzen, zittern, und uns kann sogar übel und schwindelig werden.

Es macht keinen Unterschied, ob die Bedrohung real oder nur in der Vorstellung existiert, die körperliche Reaktion wird die gleiche sein. Stellen sich Angstgefühle zu häufig ein oder werden sie sogar täglich erlebt, schießt die ursprünglich positive Wirkung über das Ziel hinaus, wirkt kontraproduktiv und macht auf Dauer krank.

Panikattacken können plötzlich auftreten ohne einen sichtbaren Anlass. Weil sie so unberechenbar sind, haben Menschen, die das schon einmal erlebt haben, „Angst vor der Angst“. Dazu kommen noch permanente Sorgen, dass ihnen oder ihren Angehörigen etwas zustoßen könnte. Die Gedanken kreisen nur noch mehr um Unfälle, Katastrophen, Krankheit und Armut.

Wer Zeitung liest oder fernsieht, gewinnt schnell den Eindruck: Angst ist überall präsent und fließt auf allen Kanälen. Sogar als Unterhaltung bei gängigen Serien und Actionfilmen werden verängstigte, um ihr Leben rennende oder qualvoll umgekommene Menschen dargestellt. Was für eine fragwürdige Unterhaltung!

Der Wissenschaftler und Risikoforscher Durodié meint, dass Menschen heute generell ängstlicher geworden sind. Weil z.B. nach dem Ost-West-Konflikt ein „Versagen der Politik“ eingetreten ist und kaum jemand mehr genau weiß, wogegen er eintreten solle, und vielleicht noch weniger, wofür. Aus dieser Ratlosigkeit heraus müssen wohl Menschen neue Feindbilder suchen. Eine gemeinsame Besorgnis oder Angst stiftet Identität und schafft das Gefühl der Zugehörigkeit. Früher hätten sich Menschen vor der Hexerei, Drachen und der Hölle gefürchtet, heute haben wir eben andere Themen.

„In allen Fällen von kollektiven Ängsten, die ich kenne, ist politische Macht im Spiel“, sagt der Sozialhistoriker Jakob Tanner. „Das war bei der Massenhysterie im Ersten Weltkrieg so und auch bei der Angst vor der Atombombe im Kalten Krieg.“ Die Instrumentalisierung der Gefühle wird bewusst bei einer Herrschaftsausübung eingesetzt, sei es auf der politischen oder religiösen Ebene. Wer Angst hat, engt seine Gedanken ein und unterstützt Politiker oder Machtinhaber, die versprechen, das Problem zu lösen. Verständlich, aber nicht gerade klug, denn es bringt selten die Lösung mit sich, die man erwartet hätte.

Kollektive Angst ist eine politische Ressource, mit der Politiker ihre Legitimität und Autorität erhöhen könnten, sagt auch der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis.

Bei kollektiven Ängsten ist es förderlich, innerlich zwei Schritte zurückzutreten und sich zu fragen: Hat diese Befürchtung oder Angst überhaupt eine realistische Grundlage? Oder handelt es sich um ein Gerücht? Damit kann man innerlich gegen kollektive Angstwellen entgegenwirken und wird nicht sofort ungewollt mitgerissen.

Nehmen wir die Brustkrebs-Früherkennung als Beispiel: es wird eine regelmäßige Röntgenuntersuchung der Brust mit Plakaten beworben, damit das Sterberisiko um 25 bis 30 Prozent gesenkt wird. Diese Angabe stimmt zwar, kann aber für Missverständnisse sorgen. Die absoluten Zahlen sagen laut Dr. Norbert Guggenbichler mehr aus: von 1000 untersuchten Frauen sterben drei an Brustkrebs in einem Zeitraum von zehn Jahren. Von 1000 nichtuntersuchten Frauen sterben vier. Hier sein Leserbrief.
Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass für die nichtuntersuchten Frauen ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko besteht. Welche Risiken aber die Untersuchung selbst in sich birgt, wird einfach nicht erwähnt und nicht mitberücksichtigt. Röntgenstrahlen und die schmerzhafte Quetschung der Brust sind aber – bereits wissenschaftlich nachgewiesen – an sich schon belastend und hinterlassen ihre Spuren. Dazu kommt noch unnötigerweise, dass bei vielen Frauen etwas Verdächtiges gesehen wird, das verständlicherweise Angst macht, dadurch das Immunsystem geschwächt wird und sich erst nach aufwendigen Untersuchungen oft als Fehlalarm herausstellt. Die körperlichen und psychischen Schäden bleiben aber und wirken still in die Zukunft hinein.

Auch an diesem Beispiel sieht man, wie wichtig es wäre, Risikokompetenz bereits in der Schule zu unterrichten. Wer wichtige statistische Prinzipien verstanden hat, liest Meldungen anders, trifft seine Entscheidungen aus einem anderen Blickwinkel, vernünftiger und emotional neutraler. Wenn der Kontext, sprich die absolute Relation einer Meldung, nicht berücksichtigt wird, bleiben Emotionen und der Mensch in einer vorher kalkulierten Richtung manipulierbar.
Wegweiser

„Erstaunlicherweise ist die reichste, langlebigste, bestgeschützte und ressourcenreichste Zivilisation auf dem besten Wege dazu, auch die ängstlichste zu werden. Das Vertrauen in die etablierten wissenschaftlichen Experten ist in einer Krise. Gleichzeitig sind sich die Menschen der alltäglichen Risiken für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen bewusster denn je.“ Lesen Sie hier einen Bericht des IKW – Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e.V.

Autoimmunerkrankungen nehmen weltweit zu

Vom 18.10.2015

Was haben diese Krankheiten gemeinsam:
Diabetes mellitus Typ I, Rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Darmentzündung (Colitis), Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis, Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse), Morbus Crohn, Vitiligo, Psoriasis usw.? Alle sind Autoimmunerkrankungen, über die die westliche Medizin noch kein umfangreiches Wissen verfügt.

Da diese Krankheiten auch die Psyche extrem beeinflussen und in manchen Fällen – früher oder später – zu Arbeitsunfähigkeit führen, sollten wir uns auch im Zusammenhang mit psychischen Behandlungen darüber Gedanken machen.

Die oben aufgezählten Krankheiten werden unterschiedlich behandelt, doch sie haben in Wirklichkeit eine gemeinsame Wurzel, je nach Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung. Weltweit werden bei immer mehr Menschen Autoimmunerkrankungen diagnostiziert, was auf ein gestiegenes Bewusstsein in Bezug auf diese komplexe Erkrankung sowie auf verbesserte Diagnosemöglichkeiten zurückzuführen ist.

Autoimmunerkrankungen ziehen nahezu jedes System des Körpers in Mitleidenschaft. Sie können laut Dr. Susan Blum das Nervensystem befallen – wie bei Autismus und wahrscheinlich auch bei Depressionen – sowie die Gelenke, Muskeln, die Haut, die Hormondrüsen, das Herz oder auch andere Organe.
Zu einer Autoimmunerkrankung kommt es, wenn das Immunsystem das eigene Gewebe angreift, anstatt sich auf körperfremde Substanzen zu stürzen, wie zum Beispiel Viren und Bakterien. Es gibt mehr als 100 Autoimmunerkrankungen. Weil diese oft nicht als Autoimmunerkrankung identifiziert werden, können sie bislang gar nicht richtig behandelt werden. Eine rein symptomatische Behandlung bringt nur teilweise Heilung, aber kaum eine Verbesserung der Lebensqualität und Wohlbefinden.

Die grundlegenden Ursachen fast aller Autoimmunerkrankungen sind aber gleich und überschaubar: Stress, Keime, Umweltgifte, Allergene in Übermaß und eine mangelhafte Ernährung bzw. Versorgung mit den lebenswichtigsten Stoffen.

Werden die individuellen, grundlegenden Ursachen gefunden und die optimale Funktionsfähigkeit des Körpers durch eine entsprechende Ernährung und Lebensweise unterstützt, ist eine Genesung aber tatsächlich möglich.

Hier ein absolut empfehlenswertes Buch, verständlich geschrieben, in dem man nicht nur Fachwissen, sondern auch Fragebögen, Anleitungen, Nahrungsmittellisten sowie Rezepte und Übungen findet.

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Es ist absolut ratsam, für die eigene Gesundheit Verantwortung zu übernehmen. Manchmal beginnt eine große Reise mit einem Buch.

Win-Win Denken als Zuversicht für eine reifere Welt?

Vom 11.10.2015

Wenn man sich umsieht, was alles in der Welt schief läuft, wird es bald klar, dass unser aktuelles wirtschaftspolitische System ein nahen Ablaufdatum hat, da die Menschen mündiger geworden sind.

Sie gehen auf die Straßen, sie schreiben ihre Meinung in Internetforen, sie sind bemüht, für ihre Kinder eine lebenswerte Umgebung zu schaffen, soweit ihr Umfeld es erlaubt. Natürlich tun das auch viele nicht, aber es werden immer mehr, die ihr Leben autonom gestalten wollen und Krieg, Hungersnot und einige ansteckende Krankheiten als „gemachte“ Probleme sehen, aus denen manche einflussreiche Menschen enorme finanzielle Vorteile ziehen.

Wenn Menschen mit unterschiedlichen Interessen aneinander geraten, wird in den meisten Fällen nach einem Kompromiss gesucht. Bei Kindern kann das pädagogisch absolut sinnvoll sein.
Gehen wir davon aus, dass wir diese Art von Rücksichtnahme und „gut miteinander auskommen“ bereits verinnerlicht haben und so suchen wir im Konfliktfall als Erwachsene noch nach einem guten Kompromiss.
Kompromisse sind aber nicht immer die besten Lösungen, denn oft handelt es sich um Lösungen, bei denen beide Beteiligten etwas verlieren. Sie haben sich zwar unter einander arrangiert, aber eine kleine Bitternote bleibt, weil beide nicht ganz das bekommen haben, was sie ursprünglich wollten. Manchmal ist es unvermeidlich, Abstriche zu machen, manchmal bedarf es aber nur eines Umdenkens und innerer Flexibilität, um beide auf die Gewinnerseite zu ziehen – vorausgesetzt, beide sind an einer Win-Win-Lösung interessiert und keiner will sich unbedingt auf Kosten anderer bereichern.

Den meisten Menschen geht es im Fall eines Alltagskonflikts vor allem darum, die eigene Position durchzusetzen und den anderen zu besiegen. Es wird ernsthaft gekämpft und mit ausgefeilten Argumenten und rhetorischen Mitteln zu überzeugen versucht.

Bei einer Win-Win-Lebenseinstellung wird ein ganz anderer Ansatz verfolgt. Es ist dabei vollkommen unerheblich, wer Recht hat. Es wird davon ausgegangen, dass alle Beteiligten Recht haben, dass ihre Interessen wichtig sind und beachtet werden.

Die entscheidende Frage ist hier: Wie können alle Beteiligten aus der Lösung einen Gewinn oder Vorteil erzielen?

Win-Win-Lösungen lassen sich erarbeiten, wenn wir uns angewöhnen, unseren Fokus nicht auf die Positionen (Machthierarchien), sondern auf die Interessen zu legen.

Positionen sind die Standpunkte, von denen aus wir unsere Forderungen, Meinungen oder Vorschläge durchsetzen wollen.

Interessen sind das, was hinter unseren Forderungen und Argumenten steckt – also das, was wir mit unseren Vorhaben erreichen wollen.

Es ist sinnvoll, dabei diese Fragen zu stellen:
Was will jeder Beteiligte in dieser Situation erreichen?
Was sind die Beweggründe dafür?
Wie wollten sie von der Lösung profitieren?

Sind erst einmal die Interessen deutlich geworden, lassen sich besser Lösungen entwickeln, die all diese Bedürfnisse befriedigen können.

Es ist mir klar, dass Win-Win-Denken und -Handeln eine große Herausforderung ist, aber nur eine Win-Win-Lebenseinstellung führt dauerhaft und nachhaltig zu einem persönlichen Lebenserfolg, weil sich dadurch eine allgemeine und tiefe Zufriedenheit einstellt. Reife und erfolgreiche Menschen achten bevorzugt auf das Ganze, sei es regional oder global.
Aus einer Win-Win-Lebenseinstellung lassen sich neue, qualitativ hochwertige Systeme entwickeln die allen Beteiligten einen Gewinn bringen. Es ist bestimmt nicht die Lösung dafür, wie man die Welt als einen besseren Ort verlässt, als man ihn vorgefunden hat, sondern eher ein logischer Schritt in eine Richtung, in der Zufriedenheit statt Neid und Missgunst herrscht. Damit wäre aber schon viel erreicht.

Was spricht dagegen, das eigene Leben so auszurichten, dass man nur noch mehr nach einem gegenseitigen Gewinnerprinzip denkt und handelt? Was spricht dagegen ab jetzt den Mitmenschen mit dieser Einstellung zu begegnen?

Große Veränderungen beginnen immer mit dem ersten Schritt.
Win-Win

Wo das Glück wohnt

Vom 04.10.2015

Eine ferne Insel, weißer Sand, türkisblaues Meer, Palmenbäume, eine leichte Brise. Es könnte der Paradies sein. Vor dem Strand ein kleines Dorfplätzchen, wo sonntags Einheimische ihre Decken ausbreiten, Köstlichkeiten auspacken und sich angeregt unterhalten. Kleine Kinder laufen herum, Jungs spielen Fußball – lassen ihre Musik laut spielen und scherzen dabei – Mädchen stolzieren quer durch den Platz. Eine Art gelassener Lebendigkeit und Zufriedenheit breitet sich aus. Diese Menschen scheinen nicht wohlhabend zu sein, darauf lassen die einfachen, bunten Kleider und Decken schließen. Sie scheinen aber mit dem, was sie haben, zufrieden zu sein.palm-trees-630089_1280

Ein paar Meter weiter am Strand liegen Menschen, augenscheinlich aus anderen Ländern. Ihre Haut ist hell und sie haben meist ihre Kopfhörer in den Ohren oder sie vergraben sich hinter ihren eBooks oder Handys. Manche gehen mit ernsten Mienen am Meer entlang spazieren. Sie wirken irgendwie verschlossen und sorgenvoll. Diese Ernsthaftigkeit scheint eine Beeinträchtigung unserer kopflastigen und materialistischen Lebensweise in wohlhabenden Ländern zu sein. Mitten im Paradies und doch so ernst und belastet.

Die Frage drängt sich unweigerlich auf: wo wollen diese Menschen glücklich sein, wenn nicht hier?

Vielleicht liegt es daran, dass wir uns selbst überall hin mitnehmen. Unsere Vergangenheit, unsere Geschichten und all die unverarbeiteten Verletzungen aus unseren Beziehungen. Es ist, als ob wir permanent in einer Blase voller Gedanken -und das meist in der Vergangenheit – verweilen würden. Die Gegenwart konnte ja dort auf der Insel nicht sein, denn es war objektiv betrachtet zu schön und ohne Bedrohungen. Vielleicht einen Sonnenbrand könnte man sich holen, aber vielmehr ist es nicht, denn auf dieser Insel leben keine gefährliche Tiere und die Kriminalitätsrate ist niedrig.

Wie schade, wenn man sogar hier die eigene „Vergangenheitsblase“ nicht verlassen kann. Ereignisse, die wir noch nicht verarbeiten konnten, werden dadurch nur noch mehr ins Gedächtnis eingraviert, je öfter wir daran denken. Das ist nicht die Lösung. Es ist, als ob eine Schallplattennadel hängengeblieben wäre und immer wieder diese eine, schmerzliche Melodiensequenz spielen würde.

Jetzt stellt sich die Frage: wo wohnt das Glück? Vielleicht in dem Augenblick, in dem es uns bewusst wird, wie schön dieser Augenblick ist und wir diesen mit Dankbarkeit und Freude in uns aufnehmen können. Klingt geschwollen? Mag sein. Die Fähigkeit Glück zu empfinden hängt meines Erachtens zusammen mit der Fähigkeit, sich innerlich zu befreien und den Blick und die Aufmerksamkeit für die Gegenwart frei zu bekommen.

Der Weg dorthin könnte sein, Mut zu fassen und sich den eigenen Schatten und Dämonen zu stellen. Das kann man auch alleine dadurch erreichen, indem man gute Bücher liest oder Seminare besucht. Aber irgendwann kommt ein Punkt, wo wir alleine nicht mehr weiterkommen. Wir sind in unserem Labyrinth verloren gegangen.

In einer Therapie hat man hingegen eine sichere Begleitung und wird Tag für Tag durch die tragende, wärmende Beziehung stärker, um sich sanft den Schatten nähern zu können. Wie oft habe ich schon gehört: „Wenn ich das früher gewusst hätte, dass es nicht schlimmer ist, hätte ich es nicht so lange vor mir hergeschoben, mich meiner Vergangenheit zu stellen!“

Es gehört zu den schönsten Therapiemomenten, wenn sich jemand allmählich befreit und das erste Mal – nach langer Zeit – beginnt sich zu spüren und sieht, wie schön es eigentlich in unserem tiefsten Kern ist. Das macht glücklich und zufrieden.

PSYCHISCHE PROBLEME DURCH ERNÄHRUNGSFEHLER?

Vom 06.09.2015

Depressionen, Angststörungen, Dauermüdigkeit, Verhaltensstörungen, Halluzinationen, Konzentrationsstörungen, Hautbeschwerden wie Akne und Ekzeme, Darmstörungen, Verdauungsstörungen, Migräne, vorzeitige Alterung (einschließlich Demenz), Pilzinfektionen, Schlafstörungen bei Erwachsenen – Reizbarkeit und schulische Leistungsschwäche (aufgrund von Konzentrationsstörungen) bei älteren Kindern – Weinerlichkeit, Müdigkeit, Apathie bei kleinen Kindern. All das sind nur einige Symptome, die – bei entsprechender Veranlagung – eine glutenreiche Ernährung – neben psychischen Problemen – auslösen kann.

Wie kann eine Ernährung falsch sein, wenn sich bereits viele Menschen über ihre Ernährung Gedanken machen und vermeintlich bewusst einkaufen? Diese Frage ist individuell zu beantworten. Was einem Menschen gut bekommt, kann bei einem anderen ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen. Vollkorbrot mit Käse klingt doch gesund? Wirkt aber bei vielen Menschen als Gift wegen dem Gluten und auch wegen Milcheiweiß.

Reden wir heute über Gluten.

Wo überall ist Gluten? Einfach beantwortet in allem, was Sie in einer herkömmlichen Bäckerei angeboten bekommen.
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Getreide mit hohem Glutengehalt sind Weizen, Dinkel, Roggen, Kamut und Einkorn. Hafer und Gerste haben einen niedrigeren Anteil an Klebereiweiß.

Mais, Hirse,Teff, Buchweizen, Reis sowie Quinoa, Amarant und Buchweizen sind glutenfrei.

Glutensensitivität kann in jedem Alter in Erscheinung treten. Was die Diagnosestellung der Erkrankung anbelangt, lassen sich zwei Häufigkeitsgipfel mit starken Symptomen ausmachen: einer in den ersten Lebensjahren und ein weiterer zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer.

Die Glutensensitivität weist ein großes Spektrum an verschiedenen Symptomen auf. Die Häufigkeit wird auf 6-10% der Bevölkerung geschätzt, allerdings mangelt es an größeren Screeningprogrammen, um die Zahl genau zu sichern.

Welche Ursachen hat die Erkrankung Glutensensitivität, von der man bis jetzt noch wenig gehört hat?

„Gluten“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Leim. Also Klebstoff.
Diese treffende Bezeichnung weist auf eine besondere Eigenschaft des Glutens an: die Eigenschaft als Kleber-Eiweiß, die in Verbindung mit Flüssigkeit im Brot oder Kuchen für den Zusammenhalt und die lockere Elastizität von Backwerk sorgt.

Doch was macht Gluten so gefährlich? In Gluten stecken die Eiweiße Gliadin und Glutenin (50:50), von denen einzelne Teile giftig sind. Bei einer vererbten Genveränderung kann man die zwei Stoffe Gliadin und Glutenin nicht voneinander abspalten und so entsteht für den Körper etwas Unverwertbares, das als Giftstoff eingestuft und über die Leber, Haut, usw. auszuscheiden versucht wird. Unser Körper kann aber nicht mit einer unbegrenzten Menge von Giftstoffen fertig werden.

Durch Züchtungen wird der Gluten-Anteil im Getreide erhöht, um die Backeigenschaften zu verbessern. Gleichzeitig – um Geld zu sparen – wird das Backverfahren beschleunigt. Wurden früher beim Sauerteig die toxischen Eiweiße in einem mehrstufigen Reifeprozess durch Lactobazillen oder Hefen abgebaut, kann heute bei Schnellbackverfahren dieser Abbau nicht mehr stattfinden. Bis zu 30% Gluten setzen Bäcker und Brotfabriken dem Mehl zu, um das Volumen von Brot und Gebäck zu vergrößern und einen locker-elastischen Teig zu erhalten. So kann es passieren, dass durch das Zusetzen im Mehl mehr Gluten steckt, als im Getreide selbst. Das gilt leider auch für das meiste Biogebäck. Es war nie vorgesehen, dass Menschen mehrmals täglich (Müsli, Nudeln, Pizza, Brot etc.) verarbeiteten Weizen mit hochkonzentriertem Gluten essen sollen.

Obwohl die Glutensensitivität in erster Linie eine Erkrankung des Dünndarms ist, können Darmbeschwerden im Hintergrund stehen oder gänzlich unbemerkt bleiben. Viele Symptome der Erkrankung werden durch Mangelerscheinungen begleitet, denn der geschädigte Dünndarm kann insbesondere bestimmte Mineralstoffe (Kalzium, Eisen usw.) und Vitamine (A, B12, D, E, K usw.) nicht oder nur eingeschränkt aufnehmen. Zudem kann es zum Verlust von Wasser, Eiweiß und Elektrolyten über den Darm kommen. Blutarmut (Anämie) könnte auch ein wichtiger Hinweis auf Glutensensitivität sein. Dies ist wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der erkrankte Darm zu wenig Eisen aufnehmen kann.

Derzeit gibt es nur eine Möglichkeit der Behandlung: sich Zeitlang glutenfrei zu ernähren. Die Symptome verbessern sich üblicherweise schon nach wenigen Tagen. Spätestens nach zwei Wochen tritt eine deutliche Besserung ein. Eine strikte glutenfreie Diät bringt in über 95% eine rasche symptomatische Besserung der körperlichen Beschwerden und meist auch eine messbare organische Heilung.

Der Stoffwechsel im Körper (Nahrung) und der Stoffwechsel im Gehirn (Psyche) sind eng miteinander verbunden und gehen Wechselwirkungen ein, weil die Informationen über die Nervenbahnen ohne Unterbrechung fließen. Körper und Psyche sind im permanenten Austausch miteinander.
Denken Sie nur daran, wenn Sie als Kind ihren Spinat aufessen mussten, kam keine gute Laune auf.

Bereits im antiken Griechenland wurde das Wechselspiel zwischen Leib und Seele erkannt. Hippokrates beschrieb, dass körperliche und psychische Prozesse in permanenter Beziehung und Austausch zueinander stehen. Wenn ich etwas zu mir nehme, das ich nicht gut verdauen kann, wird es mein gesamtes System in eine Richtung verschieben, die auch meine psychische Befindlichkeit betrifft.

Bei einer Glutensensitivität ist es empfehlenswert, strikt glutenfrei zu essen, da man annimmt, dass sich die Glutensensitivität nach ca. einem Jahr strikter glutenfreier Ernährung wieder zurückbilden kann. Eine gute, ganzheitliche, ärztliche Begleitung ist absolut sinnvoll, damit der Darm mit hilfreichen Nahrungsergänzungmitteln und guten Bakterien zusätzlich unterstützt wird.

Jedem steht es offen sich über Gluten weiter zu informieren und die eigenen Symptome ernst zu nehmen. Eine glutenfreie Diät kann eine erhebliche Verbesserung der psychischen Symptome bewirken und das ganz ohne Medikamente. Es zahlt sich aus, es auszuprobieren.

Quellen:
Fa. Schär – Psychische Probleme bei Zöliakie

Gesellschaft für das richtige Essen

Netdoktor

Zentrum der Gesundheit

Buchempfehlung für Menschen mit Schilddrüsenproblemen

Vom 23.08.2015

Warum eine Buchempfehlung für Schilddrüsenprobleme?

Weil immer mehr Menschen die Diagnose „Schilddrüsenunterfunktion“ oder gar „Hashimoto“ erhalten, laut Dr. Kharrazians wissenschaftlicher Untersuchungen das aber nur ein Teil eines Problems des gesamten Immunsystems ist.
Bei singulärer Betrachtung werden als „Lösung“ Schilddrüsenhormone verschrieben, die man ein Leben lang einnehmen muss, die zwar die Blutwerte verbessern aber nicht zu einer dauerhaften Besserung führen, weil sie nicht die Wurzel des Problems angehen.
Leider denken die wenigsten Ärzte ganzheitlich und betrachten eine Unterfunktion dieses Organs im Zusammenhang eines im ganzen Körper entstandenen Ungleichgewichts. Es wäre aber klüger die Frage zu stellen: Warum reagiert der Körper auf die eigenen Antigene mit der Bildung und Aktivierung schädlicher Autoantikörper? Als Ursache könnte man verschiedene Umweltfaktoren in Betracht ziehen wie bakterielle oder virale Infektionen, gespeicherte Schwermetalle im Körper, Blutzuckerschwankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nebennierenschwäche oder auch verschiedene, toxische chemische Haptene. Die Gefährlichkeit von Haptenen rührt daher, dass sie durch Bindung an bestimmte Zellstrukturen eine Immunreaktion auslösen können, die zur Zerstörung bestimmter Zellpopulationen führt.
Üblicherweise erkennt das Immunsystem körpereigene Strukturen, diese werden aber durch die Haptene so verändert (z.B. wird Schilddrüsengewebe als Gluten erkannt), dass diese fremd wirken. So kann unter Umständen eine Autoimmunkrankheit in Gang gesetzt werden wobei eine Schilddrüsenunterfunktion nur ein Symptom, aber nicht die Ursache ist.

Dr. Kharrazian führt durch die verschiedenen Muster der Schilddrüsenerkrankungen und zeigt auf, wie man deren Ursachen findet und richtig behandelt. Er hat ein ganzheitliches Therapiekonzept entwickelt, das anhand von 22 Profilen erklärt, was die Ursache ist und somit wie genau diese zu behandeln ist. Das Ergebnis ist, dass nicht nur die Symptome verschwinden, sondern sich ein Gleichgewicht, somit Gesundheit, wieder einstellt.
Ich sehe diese Betrachtungsweise des Menschen als zukunftsweisend, deshalb kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.

Datis Kharrazian Buch

Die Vorteile erwachsen zu sein

Vom 02.08.2015

Die Kindheit hat uns ein breites Spektrum an Gefühlen und Lebenssituationen geboten. Es ist als ob das Schicksal ein Glücksrad gedreht hätte, auf welchem Teil der Erde ein Kind auf die Welt kommt, zu welchen Eltern, und was es dort erleben muss.
Die Kindheit hatte aber eine Zeit lang den Vorteil, sich um nichts kümmern zu müssen. Die familiären Sorgen hat man zwar unbewusst mitgetragen, aber die Verantwortung für den Fortbestand des Lebens lag bei der Kernfamilie.

Viele Menschen sehnen sich nach diesem Zustand, sich um nichts kümmern zu müssen. Natürlich kann man das in gewisser Weise fortsetzen und sich als „ewiges Kind“ präsentieren.
In unseren Zeiten, in denen wir genormte Körpermerkmale besitzen und dabei widersprüchlicher weise unseren individuellen Weg gehen sollten – um als chic und zeitgemäß zu gelten – ist es gar nicht so schwer, sich dabei zu verlieren und in Infantilität zu schweben. Zahlreiche richtungsweisende, medienpräsente Menschen bestärken diese Strömung, denn Jugendwahn und Selbstbezogenheit wird von ihnen regelrecht als Lebensart zelebriert.

Dass das auf lange Sicht nicht glücklich und erfüllt machen kann, liegt auf der Hand.
Warum? Weil die Freiheit dabei abhandenkommt.
Es bedeutet eine finanzielle wie soziale Abhängigkeit, sich von anderen „füttern zu lassen“. Die geistige Nahrung in den Medien und die daraus abgeleiteten Werte werden von Menschen – die Mediengesetzen unterworfen sind – erfunden, um damit Geld zu verdienen. „Fertignahrung“ als durchgehendes Prinzip schaltet unser Gehirn auf passiven Empfängermodus, statt in einem lebendigen Austausch und Aktivität zu agieren.

Freiheit hat einen hohen Stellenwert – zumindest bei den meisten Menschen. Für das Ideal der Freiheit haben schon unzählige Menschen in der Geschichte ihr Leben geopfert.

Freiheit

Erwachsen zu werden zieht die Konsequenz mit sich, autonom sein Leben in Freiheit und in Eigenverantwortung zu führen. Freiheit bedeutet hier, aus allen Möglichkeiten wählen zu können und dafür die Verantwortung zu tragen. Natürlich sprechen wir hier um einen Ausschnitt der Freiheit ohne ins philosophische zu gehen. Vielleicht besagt aber genau das die Schwierigkeit, Farbe zu bekennen, eigenverantwortlich und sichtbar zu werden.

Recht verwunderlich, wie viel es auslöst, wenn Menschen sich für diesen geraden, konsequenten Weg entscheiden, nämlich innerlich erwachsen zu werden und die Verantwortung für ihr Leben und ihre Gesundheit zu übernehmen. Plötzlich ist man kein Opfer der Umstände/Gesellschaft mehr, sondern ein mündiger Gestalter seines Lebens.
Welche Vorteile kann das mit sich bringen? Eine tief empfundene Zufriedenheit, Stabilität, Freude und Zuversicht für die Zukunft.
Der Weg dorthin führt über: „Gnôthi seautón“ ( „Erkenne dich selbst!“), die vielzitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi. Also nichts Neues, sondern eine weise Empfehlung, die uns Menschen seit dem fünften Jahrhundert vor Christus begleitet.

Mit Heraklits Worten: „Allen Menschen ist zuteil, sich selbst zu erkennen und verständig zu denken.“

Seminar Empfehlung: Was ist bloß mit Mama los? Mit Kindern über Angst, Depression, Stress und Trauma sprechen.

Vom 09.07.2015

Was ist bloß mit Mama los?
Wenn Eltern in seelische Krisen geraten.

Mit Kindern über Angst, Depression, Stress und Trauma sprechen.
Vortrag & interdisziplinäres Seminar mit Karen Glistrup

Auch Eltern geraten in seelische Krisen und alle Eltern haben Kinder. So banal diese Aussage klingen mag, ist der Umgang damit doch sehr herausfordernd.
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Die Fragen, was man Kindern sagen soll, wieviel ihnen gut tut und wie man solche Gespräche führt, sind für Betroffene und auch Fachleute schwierig zu beantworten.
Über seelische Krisen zu sprechen, ist auch unter Erwachsenen nicht leicht und nach wie vor mit Tabus behaftet. Andererseits geraten Kinder zwischen die Räder, wenn sie Gefühle nicht zuordnen können. Sie übernehmen Verantwortung, die nicht ihre ist, um Spannungen auszugleichen. Das ist auf Dauer sehr schädigend und schwerwiegend für ihre Zukunft.

Die Fachfrau Karen Glistrup (Psychotherapeutin, Familientherapeutin und Sozialarbeiterin) hat ein Modell entwickelt, das Familien begleitet, diese notwendenden Gespräche zu führen.
Sie wird im Vortrag und im Seminar in diese Gespräche, in konkrete Praxisanwendungen und in differenzierte Zugänge für Groß und Klein Einblick geben.

„Kinder spüren eine Menge und suchen nach den Zusammenhängen.
Wir können ihnen helfen, indem wir offen über die Realität reden, in der sie leben.“

Der Vortrag ist für alle Interessierten offen.
Das Seminar richtet sich an Fachpersonen der Bereiche Psychologie, Psychotherapie, Psychohygiene, Medizin, Sozialarbeit und Familienbetreuung.

Termin: 01. – 03.10.15
Ort: Wien
Referentin: Karen Glistrup, DK (www.talk-aboutit.eu)
Anmeldung & Info: www.igfb.org
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Die Internationale Gesellschaft für Beziehungskompetenz in Familie und Organisation (IGfB) bildet Fachleute in experientieller und beziehungsorientierter Familientherapie/Beratung aus und bietet Seminare und Prozessbegleitungen rund um das Thema Beziehungskompetenz und persönliche Entwicklung an.

Unter dem Motto „im Miteinander ich sein“ greift die IGfB wesentliche und auch schwierige Themen des Menschseins auf. Die IGfB will unter anderem Tabuthemen zur Sprache bringen, damit sie konstruktiv zu einem gelingenden Miteinander beitragen.

Die IGfB stellt persönliche Beziehungen als primären Ort des menschlichen Werdens in den Mittelpunkt. Wichtig ist die Anwendbarkeit des Erfahrenen und Erlebten in beruflichen und persönlichen Kontexten.

Rückfragehinweis:
Mag.a Robin Menges
Leitung IGfB
Gänsbacherstraße 6, 6020 Innsbruck
+43 (0)699 11068509

info@igfb.org
www.igfb.org

Stress und Krebsentstehung

Vom 07.06.2015

Stress ist eine sinnvolle Reaktion.
Er mobilisiert und setzt mehr Energie im Körper frei, damit besonders schwierige Situationen besser bewältigbar werden. Meistens durch Flucht, Kampf oder Erstarrung. Dafür braucht man eindeutig mehr Energie und eine bessere Funktionstüchtigkeit des Körpers als im durchschnittlichen Alltag ohne besondere Vorkommnisse.

Was als Stress empfunden wird ist individuell und hängt von mehreren Faktoren ab wie auch von der persönlichen Bewertung des Erlebten. Was für einen Menschen stressig ist, kann ein anderer Mensch gut ausgleichen und anschließend als „nichts Besonderes“ bewerten.

Diese natürliche Stressreaktion ist aber nicht für die Bewältigung des Stress als Dauerzustand unser Leistungsgesellschaft geeignet.
Dauerstress können u.a. ewige Beziehungskonflikte, zu hohe Anforderungen im Beruf, finanzielle Probleme und auch traumatische Erfahrungen sein, durchaus auch länger – 20 bis 50 Jahre – zurückliegend. Sie sind unter der Oberfläche aktiv, wenn sie noch nicht aufgearbeitet wurden, das heißt, wir sind in ständiger Alarmbereitschaft. Wir nehmen das nicht immer aktiv wahr, denn unser Unterbewusstsein trägt eine entscheidende Rolle bei, aber auf heimtückische Art, unter der Bewusstseinsschwelle. Wo wir keine Zusammenhänge entdecken können, da stellen wir auch keine her. Wir begehen einen Fehler, wenn wir Unbewusstes als Nicht-Existierendes einstufen.

Unbewusster Dauerstress erzeugt eine Übersäuerung im Körper, bei der Krankheiten schneller entstehen und gedeihen können und Krebs kann nur in einem übersäuerten und überstressten Körper entstehen.

Zellen in Organen, in denen die Brücke zur Erinnerung sitzt, vermehren sich, zumal sie den Körper unterstützen wollen. Da unser Körper perfekt funktioniert, fährt zur gleichen Zeit die immunologische Tumorabwehr herunter. Der Ort des vermehrten Zellwachstums steht im Zusammenhang mit der Funktion des Organs, denn es hat einen tieferen Sinn, warum ausgerechnet dort mehr Zellen gebildet werden und vermeintlich diesem Organ zu vermehrten Aktivitäten verholfen wird.

Nur wenige Beispiele: Brustkrebs ist oft im Zusammenhang zur Beziehung zum Partner, zur eigene Mutter, Wohnung oder den Kindern zu sehen, Darmkrebs zur Verdauung, Prostata und Hoden zur Männlichkeit und Fortpflanzung, die Haut zur Beziehung zur Außenwelt usw. Die Psychosomatik und die Psycho-Neuro-Immunologie liefert uns die Zusammenhänge zwischen seelischem Leiden und körperlichen Erscheinungsformen.

Hört allerdings der Dauerstress auf und wird die Ursache (das Problem) erkannt und aufgelöst, hören Tumoren und Krebszellen auch auf zu wachsen und werden durch die immunologische Tumorabwehr wieder auf natürliche Weise abgebaut und entsorgt. Im bestens Fall passiert das noch so zeitig, dass es noch möglich ist, am Leben zu bleiben.

Leider hat die Schulmedizin in den Köpfen der Menschen die Hypothese verankert, dass Krebs den Tod bedeutet. Ein fataler Irrglaube. Wäre diese Hypothese eine wissenschaftliches Faktum, dürfte es keine Spontanremissionen (unerwartet eintretende Besserung) geben, die aber oft und auf der ganzen Welt stattfinden.

In Zeiten mit Stress, den unser Körper gar als Lebensgefahr deuten kann, werden Programme und Funktionen des Körpers, die bisher Energie zum Wachstum verbrauchten, durch das limbische System im Gehirn heruntergefahren. Organe mit Wachstumsfunktion sind Verdauung, Immunabwehr usw. Energie wird freigesetzt, um das vermeintliche Überleben zu sichern. Wie klug von uns.

Die Energie fließt dann in die Blutgefäße, in die Arme und die Beine damit wir unser Leben verteidigen und kämpfen und/oder weglaufen können. Das ist auch eine sinnvolle Reaktion auf die Bedrohung. Der Schutz des Überlebens steht in der Hierarchie – logischerweise – über Wachstum.

Wenn ein Mensch unter Dauerstress steht, werden seine Körperfunktionen, die für das Wachstum wichtig sind, längerfristig gedrosselt.
Sie haben nicht die Energie zur Verfügung, um optimal zu funktionieren. Warum?

Erst müssen wir die bedrohliche Situation meistern und überleben, dann können wir wieder wachsen und uns weiterentwickeln. Das ist ein Naturgesetz aller Lebewesen.

Wenn die „Gefahr“ weg ist, kann man sich entspannen. Die Körperfunktionen stellen sich um, richten sich erneut auf Wachstum aus und Ordnung und Gleichgewicht entsteht wieder.
Joachim Bauer schreibt in seinem Buch: „Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern“ S.138:
„Welche konkreten gesundheitlichen Konsequenzen können sich ergeben, wenn sich Stresshormone wie Cortisol über längere Zeit mit dem Abwehr- und Immunsystem des Körpers ins Gehege kommen und dieses blockieren?
Die wichtigste Auswirkung scheint die Fähigkeit des Körpers zu betreffen, Tumorzellen abzutöten, d.h. Tumorerkrankungen abzuwehren.
Ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumoren durch die Depression, wie es sich aufgrund wissenschaftlicher Studien tatsächlich belegen lässt (siehe Unten), ergibt sich aus folgenden Umständen:
Eine der Hauptursachen für eine verminderte Tumorabwehr bei chronischem Stress und Depression dürfte in der bis zu 50-prozentigen Verminderung der Anzahl und Funktionstüchtigkeit der Natural-Killer-Zellen liegen, die innerhalb des Immunsystems eine einzigartige Spezialtruppe zur Bekämpfung von Tumorzellen darstellen.“

Einen weiteren Beweis für den Zusammenhang Stress und Krebs haben auch Forscher in Israel nachgewiesen. Hier der Artikel zu Stress und Krebs.

Für das Zellwachstum im Körper haben wir den Auftrag gegeben – leider – nicht bewusst, um uns zu stärken und zu verteidigen und aus der stressigen Lebenssituation halbwegs heil herauszukommen. Das Problem beginnt erst dort, wenn wir unsere eigene Verantwortung und die Lebenszusammenhänge nicht erkennen und nichts an den Auslösern ändern. Dann wird das Programm des Zellwachstums weiterhin unbeirrbar ausgeführt. Dagegen haben auch die Ärzte keine Chancen, denn schlussendlich gewinnen immer wir. Lebend oder tot.

Aus der Begleitung von krebskranken Menschen weiß Dr. med. György Irmey, dass Angst und Stress sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. „Es ist wichtig, dass Patienten Verantwortung für sich übernehmen und sich sagen: „Ich bin nicht Opfer des Krebses, sondern bin Gestalter meines Lebens.“

„Ändern statt aushalten“ empfiehlt der Ärztliche Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr Menschen, die sich zu lange verausgaben, ihr eigene Bedürfnisse opfern, nur funktionieren. Dazu gehöre, die eigenen Emotionen besser wahrzunehmen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. „Eine gesunde, achtsame Lebensweise, bei der vor allem das seelische Gleichgewicht im Mittelpunkt steht“, sagt Dr. Irmey.

Dabei wird hoffentlich der Traumatherapie in der Zukunft mehr Bedeutung beigemessen, denn mit der Auflösung der Probleme, die zu diesem Zustand geführt haben, spielt eine entscheidende Rolle auch in den chemischen Prozessen im Körper. Werden unbewusste Dauerstresszustände im Körper aufgespürt und aufgelöst, kann der Körper wieder die ursprüngliche Ordnung herstellen. Es gibt mittlerweile mehrere gute Einrichtungen, wo Patienten eine ganzheitliche Begleitung dabei in Anspruch nehmen können.

Warum sollten wir gegen unsere Natur handeln, wenn dieses Wissen bereits publik ist? Sich selbst und seine Handlungen wie Entscheidungen ernst zu nehmen ist ein Zeichen von menschlicher Reife, das in jedem Lebensalter erlernbar ist.

Quelle: http://www.k-wie-krebs.de/wie-durch-stress-tumoren-metastasen-und-krebszellen-wachsen.htm

HIER finden sie wichtige Gedanken dazu

BUCHEMPFEHLUNG: GEWINNE AUS DER ARBEIT

Vom 27.01.2014

Gewinne aus der Arbeit mit Menschen mit Behinderung – das Buch hier
Die Reichweite der Entscheidung sich beruflich mit Menschen mit Behinderung auseinanderzusetzen, wird für die Persönlichkeitsentwicklung in den wenigsten Fällen bewusst erfasst. Dass Fachkräfte eine positive Wirkung auf die ihnen anvertrauten Menschen haben, ist durchaus erwünscht. Verändern aber Menschen mit Behinderung auch ihre BetreuerInnen in ihren Einstellungen und in ihren Werten? Wenn ja, wie? Welche Bereicherung erleben Fachkräfte durch die Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung? In diesem Buch wird der Frage nachgegangen, welche Fähigkeiten durch die praktische Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt oder verfeinert werden. Der Fokus liegt auf den positiven Veränderungen mit der Absicht, Gewinne aufzuzeigen wie: einer sinnvollen Arbeit nachzugehen, Freude und direkte Bestätigung zu erfahren, die Vergrößerung der Fähigkeit, Freude und Glück zu empfinden, Entwicklung menschlicher Reife…usw. Einige der Befragten fühlen sich gar durch die Arbeit lebendiger, glücklicher und haben mehr Lebensperspektiven für sich entwickeln können, weil ihnen die Begegnungen mit Menschen mit Behinderung deutlich aufgezeigt haben, was wirklich wichtig im Leben ist. Dass das Leben, egal unter welchen Umständen, so gestaltbar ist, dass es lebenswert sein kann und erfüllend empfunden wird.

Schedler-Gewinne aus der Arbeit mit Menschen mit Behinderung